Ein Erfurter beim FC Carl Zeiss Jena

Jena.  Warum sich Matti Langer in Jena so wohlfühlt und sich auf das Duell am Sonntag gegen Ex-Club Chemnitzer FC freut.

Matti Langer wechselte vom Chemnitzer FC nach Jena.

Matti Langer wechselte vom Chemnitzer FC nach Jena.

Foto: Tino Zippel

Abschließendes Torschuss-Training bei Fußball-Regionalligist FC Carl Zeiss: Linksfuß Matti Langer läuft an, der Ball klatscht an den Querbalken und von dort in den grauen, nasskalten Jenaer Nachmittagshimmel. Der 30-Jährige nimmt es gelassen. „Ich fühle mich ganz gut“, sagt der defensive Mittelfeldspieler, der froh ist, wieder voll mit der Mannschaft trainieren zu können. „Ich habe aber immer noch leichte Probleme.“ Was genau den 1,89 Meter großen Kicker plagt, vermag er selbst nicht zu sagen. „Es fühlt sich wie eine Hüftzerrung an. Solange es nicht schlechter wird, kann ich das alles verkraften.“

Im Vorfeld seien schon ein paar Sprüche gefallen

Überhaupt überwiege die Vorfreude beim Blick auf den kommenden Gegner. Am Sonntag empfängt der FC Carl Zeiss den Chemnitzer FC zum Ost-Derby. Langers Ex-Club, von dem er im Sommer an die Saale gewechselt ist, kommt ins Paradies. „Ich habe noch guten Kontakt zu einigen wie Jakub Jakubov, Niklas Hoheneder oder Tobias Müller“, sagt er. Im Vorfeld seien schon ein paar Sprüche gefallen. Ob es auch eine Wette mit den ehemaligen Kollegen gibt? „Da haben wir noch nicht drüber gesprochen. Das ist ein guter Vorschlag, mal gucken, ob da noch was geht.“

Man merkt schnell, dass der Mann, den Jenas Trainer Dirk Kunert als Führungsspieler eingeplant hat, eine echte Frohnatur ist, im Hier und Heute lebt. In Chemnitz hatte er zwei „bewegende“ Jahre, absolvierte 64 Pflichtspiele für die Sachsen, in denen er elf Tore erzielte. „Es war echt cool“, erzählt er. Immerhin ist er mit dem CFC in die 3. Liga aufgestiegen. „Es gab aber auch Erlebnisse, die nicht so schön waren.“ Die Insolvenz des Traditionsvereins oder der Skandal um Angreifer Daniel Frahn zum Beispiel. Trotz des Abstiegs in der vergangenen Saison hätte er sich einen Verbleib vorstellen können. „Sie hatten halt andere Vorstellungen. Das ist in Ordnung für mich.“

Heiße Duelle zwischen den großen Thüringer Rivalen

Jetzt ist er froh, in Jena zu sein, fühle sich pudelwohl. Und das als gebürtiger Erfurter, der auch für den FC Rot-Weiß kickte. „Das ist schon so lange her“, sagt er und lacht. „Ich kann damit umgehen und Ecki auch.“ Mit Kapitän René Eckardt gab es in der Jugend heiße Duelle zwischen den großen Thüringer Rivalen. Jetzt kicken die beiden im selben Team. „Das gehört zum Fußball dazu“, findet Langer. „Es ist auch alltäglich, dass es die Wechsel untereinander gibt.“

Obwohl er in der Anfangszeit vornehmlich als Innenverteidiger zum Einsatz kam, fühlt er sich heute als Sechser am besten aufgehoben. Wie wertvoll er als ordnende Kraft sein kann, das hat Coach Kunert immer wieder betont. Angesichts von vier Siegen in Folge, bei denen Langer nur beim jüngsten 2:0-Erfolg gegen Luckenwalde für zwei Minuten zum Einsatz kam, stellt er aber keine Ansprüche auf einen Startelf-Einsatz gegen Ex-Club Chemnitz. „Ich wäre nicht böse, wenn ich auf der Bank sitze“, sagt er. „Ich bin ja eh kein Stinkstiefel.“ Natürlich würde er aber auch gerne spielen. Am Ende entscheidet der Trainer, wer vor den zugelassenen 1256 Zuschauern, die im Besitz einer Dauerkarte sein müssen, im Ernst-Abbe-Sportfeld auflaufen darf.

Jedenfalls „wollen wir jedes Spiel gewinnen“, sagt Langer. Und der Sieg gegen den CFC wäre für ihn mit Sicherheit ein besonderer.

FC Carl Zeiss Jena – Chemnitzer FC, Sonntag, 13.30 Uhr