Ein Riesentalent verlässt Thüringen

Elxleben.  Friederike Stern, amtierende deutsche Juniorenmeisterin im Straßenrennen, wechselt das Team.

Radtalent Friederike Stern aus Elxleben wechselt nach Nordrhein-Westfalen.

Radtalent Friederike Stern aus Elxleben wechselt nach Nordrhein-Westfalen.

Foto: Volker Brix

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Wie gut sich doch die gute Nachwuchsarbeit eines Vereins auszahlen kann. Bei einem „Richard-Beyer-Gedächtnisrennen“ in ihrem Heimatdorf Elxleben, in Erinnerung des Siegers des leider nicht mehr existierenden längsten Hainleiteklassikers im Jahr 1925 über 316 Kilometer, erkämpfte sich die damals neunjährige Friederike Stern im „Fette-Reifen-Rennen“ einen zweiten Platz. Das war der Grund, dass sie sich Friederike beim RV Elxleben anmeldete und eine Lizenz beantragte.

Bereits in der Altersklasse U11 feierte das Mädchen mehrere Siege beim „Thüringen-Cup“. In ihrer mit Mädchen und Jungs gemischten Trainingsgruppe hatte sie stets viel Spaß und motivierte sich immer mehr für den harten Radrennsport. Drei Jahre später startete sie bei der deutschen Straßenmeisterschaft der U15, wurde in Queidersbach beim Sieg der heutigen Profiradsportlerin Franziska Koch (Team Sunweb) Elfte und holte als Dritte in der deutschen Omniummeisterschaft auf der Kölner Radrennbahn ihre erste DM-Medaille.

Vor drei Jahren wechselte Friederike ans Erfurter Sportgymnasium und eroberte mit zwei deutschen Meistertiteln mit dem Thüringer Bahnvierer der Jugend auf den Ovalen in Cottbus und Frankfurt/Oder den Bundeskader. 2018, in ihrem ersten Juniorinnenjahr, landete sie mit dem deutschen Bahnvierer im schweizerischen Aigle auf einen respektablen Bronzerang hinter den dominierenden Italienerinnen. Auch beim „Nations Cup“ mit sechs Rennen in Belgien, Italien und den Niederlanden fuhr Friederike im Nationalteam. Dieses Serien wiederholte die 18-Jährige in der abgelaufenen Saison und fuhr auch, noch als Juniorin, im Frauennationalteam an der Seite der fünffachen Weltmeisterin Trixi Worrack (Erfurt) die schwere und erstklassig besetzten Thüringen-Rundfahrt über sechs Etappen bemerkenswert gut durch.

Sprintsieg bei der deutschen Straßenmeisterschaft

Da hatte sie sich wohl die richtige Form für die deutsche Straßenmeisterschaft in Linden (Rheinland-Pfalz) geholt, die sie im Spurt einer Neunergruppe nach 68 Kilometern gewann. Bei der anschließenden Bahnphase wurde sie in der Mannschaftsverfolgung über 4000 m bei der Europameisterschaft in Gent mit dem Nationalteam in neuer deutschen Rekordzeit von 4:34,6 Minuten (die alte Bestleistung lag bei 4:39,2) erneut Dritte und landete in der 2000-m-Einzelverfolgung auf Rang zehn. Bei den nationalen Titelkämpfen im Berliner Velodrom kam im Bahnvierer noch ein Titel mit dem Landesverband Thüringen und eine Bronzemedaille im Einzel dazu. Auch bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Frankfurt/Oder bewies Stern erneut ihre Klasse und führte den BDR-Vierer auf Rang sieben. „Da war eine tolle Saison, bei der ich 15.000 Kilometer im Training und bei Rennen auf dem Rad saß“, bilanzierte sie ihr letztes Juniorinnen-Jahr und ist ihrem Trainer Michael Beckert vom LV Thüringen sehr dankbar.

Nach ihrer gegenwärtigen Saisonpause fokussiert sich das Talent bereits auf die kommende Saison – bei einem neuen Team. Denn die Elxlebenerin verließ ihr Thüringer Juniorinnnen-Team Maxx Solar Lindig. „Ich habe mich für das Team D. Velop in Nordrhein-Westfalen entschieden. Dort hoffe ich, neben meinem Abitur im kommenden Jahr, auf viele große Rennen und vor allem auf UCI-Rennen im nahen Belgien und die Thüringen-Rundfahrt, um mich in der Frauenklasse zu etablieren und weiterzuentwickeln“, blickt Friederike Stern ehrgeizig voraus.

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