Eine gelungene Premiere

Großschwabhausen.  In Großschwabhausen fand am Samstag das erste Neujahrsturnier im Nachwuchshandball statt. Es war eine Idee des Kai Stiebritz.

Echte Wettkampfhärte: Die Apoldaerin Lucie Schirmer (links) gegen die Eisenacherin Mathilda Darr.

Echte Wettkampfhärte: Die Apoldaerin Lucie Schirmer (links) gegen die Eisenacherin Mathilda Darr.

Foto: Jürgen Scheere

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Kai Stiebritz schaut genau hin. Ganz genau sogar. Dann gibt’s den Pfiff. Das Halten der anderen ging dann doch etwas zu weit. Siebenmeter. Kai Stiebritz zieht die Augenbrauen hoch, gleich so, als wolle er dem jungen Mädel, das sich keiner Schuld bewusst zu sein scheint, andeuten: Doch, doch, doch – den muss ich geben. Als Schiedsrichter hat man eben immer das letzte Wort. Auch und erst recht „bei der geilsten Sportart der Welt“, wie Stiebritz lachend sagt. Beim Handball.

Im weiblichen Nachwuchsbereich haben Fortuna Großschwabhausen und der HSV Apolda in dieser Saison die Kräfte gebündelt. Das betrifft die Teams bis hinunter zu den C-Mädchen, erläutert Stiebritz. Seit vier Jahren engagiert er sich für die Ausbildung der Talente.

„Früher, als ich noch im Jugendbereich gespielt habe, waren alle Mannschaften komplett belegt, hatten wir kaum Sorgen“, erzählt er. Längst habe sich das geändert, der Kampf um jungen Damen und Herren, denen eine breite Palette an Sportarten offen steht, ist hart. Stiebritz erzählt, dass man an die Schulen und Kindergärten geht, dort Arbeitsgemeinschaften einrichtet. Auch die Gestaltung von Infoblättern und deren Verteilung gehört zum Handwerk. Oder eben auch die Schiedsrichterei ganz nebenbei. Eben so wie am Samstag in der heimatlichen Halle von Großschwabhausen, als man sich als guter Gastgeber für das erste Neujahrsturnier im weiblichen Nachwuchs präsentiert.

Das Turnier ist die Idee des Kai Stiebritz. Der Gedanke dahinter, so erzählt er es, sei, dass die vielen jungen Spielerinnen in Thüringen auch einmal gegen andere Gegner als in der Liga antreten können, einmal anders gefordert werden. Teams aus Krauthausen und Eisenach sind dabei; aber eben auch Mannschaften aus der Region wie Saalfeld und Jena. Das illustre Feld ist nicht zufällig gewählt, was auch für den Termin gilt. Denn schon am kommenden Wochenende starte man mit den Punktspielen ins neue Jahr. Das Großschwabhausener Neujahrsturnier mutiert also zur Generalprobe im Thüringer Nachwuchshandball.

Und irgendwie möchte Stiebritz mit seinen Mitstreitern auch genau da hin. Das Turnier, so der Plan, solle in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen, solle über mehrere Tage gehen – von der C- bis in die A-Jugend. Aus der Premiere, so viel ist klar, nehmen die Großschwabhausener sehr viel Elan mit, um genau diese Zielstellung auch zu erreichen. Er habe im Laufe des Turniertages sehr viele positive Rückmeldungen der Vereine bekommen, die mit der Organisation und dem Drumherum sehr zufrieden waren. Das Fundament, es liegt also.

Eine EM hilft immer bei der Suche

Auch sportlich. Bei den C-Mädchen beispielsweise landen die jungen Damen des Kai Stiebritz gleich auf Platz zwei, müssen lediglich dem HBV Jena den Vortritt lassen. Es folgt der 1. SSV Saalfeld vor Krauthausen und Altenburg. In der weiblichen Jugend B triumphiert Wartburgstadt Eisenach vor Saalfeld und eben den Gastgeberinnen. Zufriedenstellend nennt Stiebritz das Abschneiden seiner Schützlinge.

Handball ist irgendwie auch Lebenselixier, Stiebritz gerät immer wieder ins Schwärmen, wenn er davon spricht. „Unser Sport vereint alles, was man an Hand-Augen-Koordination, Ausdauer, körperlicher Stärke braucht. Es ist eine wahnsinnig komplexe Sportart – angefangen von der Technik bis hin zu den motorischen und taktischen Aspekten“, erzählt er. Was immer helfe, sind aufsehenerregende Turniere wie die gerade laufende Europameisterschaft der Herren. Es seien Zeiten, in denen der Handballsport eben in aller Munde sei. „Da merken wir schon, dass es einfacher ist, den einen oder anderen in die Halle zum Probetraining zu locken“, sagt Stiebritz. Willkommen sei jeder und jede, der oder die möchte. Vor allen Dingen im männlichen Bereich habe man personelle Sorgen, hier reiche es derzeit nicht, um ganze Mannschaften aufzubieten. Man wolle deswegen noch mehr auf sich aufmerksam machen, damit viele merken: Hier werde gute Arbeit geleistet, hier kann man mitmachen.

Und hier ist der Trainer und Nachwuchskoordinator eben auch mal als Schiedsrichter aktiv. So lernt man eben alle Seiten des geliebten Sports kennen. Das könne nie schaden. Der Siebenmeter, der ist dann übrigens drin, Kai Stiebritz hat’s registriert.

Kontakt zum Verein: Kai Stiebritz, per E-Mail unter: kai.stiebritz@gmx.de

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