Eisenachs Handball-Torhüter im Blickpunkt

Eisenach  Im richtungsweisenden Kellerduell der zweiten Liga empfangen Eisenachs Handballer am Sonnabend Aufsteiger Eintracht Hagen.

Eisenachs junger Keeper Sebastian Brand.

Eisenachs junger Keeper Sebastian Brand.

Foto: Sascha Fromm

Das lässt sich nicht leugnen: In der langen Talfahrt dieses Herbstes mit ihren unerwarteten Abstürzen und nur winzigen Lichtungen steuert Ei-senachs Handball an diesem Sonnabend auf einen Showdown zu. Das Heimspiel gegen Eintracht Hagen wird, gerade unter Berücksichtigung aller Prä- missen, zum Kulminationspunkt der bisherigen Saison. Der ThSV steht im Unterholz der zweiten Liga am möglicherweise endgültigen Scheideweg zwischen aufwärts und ganz unten.

Wann, wenn nicht gegen den Aufsteiger, soll der Bann gebrochen werden? Gegen wen, wenn nicht gegen den zwei Punkte voraus platzierten Tabellennachbarn? Und wie, wenn nicht mit dem ersten Heimsieg, sollen die leidensfähigen und noch immer erstaunlich nachsichtigen Fans vom Weg ihres Vereins überzeugt werden.

Von einem „extrem wichtigen Spiel“ spricht deshalb auch Christoph Jauernik, gerade weil er den ThSV noch in einer tabellarischen Region sieht, in der ein, zwei Siege die Lage rein optisch deutlich verbessern können. Dass Hagen mit der auf überragender Abwehrarbeit basierenden Em-pfehlung des 33:19-Sieges über Hildesheim anreist, registriert Eisenachs Trainer mit Respekt. Andererseits bot zuletzt gerade das blau-weiße Angriffsspiel den geringsten Anlass zur Kritik. „Wir müssen wieder ähnlich effizient sein“, fordert Jauernik. Und die Auftaktminuten nicht verschlafen, muss man hinzufügen.

Mit den 0:6- und 3:8-Einlagen gegen Coburg und Dresden zerstörten sich die Eisenacher beide Spiele selbst zu einem Handicaprennen, dessen kräftezehrende Aufholjagden sie am Ende mit leeren Händen dastehen ließen. Individuelle Fehler hat Jauernik als Ursache ausgemacht: „Es lag nicht an der Idee.“ Ein Indiz dafür, dass der anhaltende Misserfolg tief in der Seele der Spieler steckt. Daraus resultiere dann das Manko, dass es gegenwärtig eben „nicht selbstverständlich ist, dass wir enge Spiele gewinnen“ (Jauernik).

Nach den zuletzt immer wieder diskutierten Torhüterleistungen hat Jauernik das Training in dieser Woche in diese Richtung verschoben. Abwehrarbeit im Verbund mit den Keepern rückte in den Mittelpunkt. „Wir brauchen mehr Hilfe von den Torleuten“, stellt er lakonisch fest.

Gut möglich, dass morgen also ein anderes Gesicht zwischen den Pfosten auftaucht. Der beim HSV Bad Blankenburg Zweispielrecht besitzende Sebastian Brand (20) zeigte schon in der Vorsaison ein paar beherzte Auftritte. Ein Wiedersehen gibt es übrigens auch auf der anderen Seite. Im Tor der Hagener steht mit Dragan Jerkovic ein ehemaliger Eisenacher. Unverwüstlich und mit 41 eine ganze Generation älter als Youngster Brand.

Eisenach – Hagen Sonnabend, 19.30 Uhr Werner-Aßmann-Halle