Eisenberg gibt deutsche Aerobic-Meisterschaft ab

Eisenberg.  Aufgrund starker Reglementierungen entscheidet sich der Aerobic-Verein gegen die Meisterschaft in Eisenberg, bewirbt sich aber für das Jahr 2022.

Zu Jahresbeginn wurde kräftig für die Deutschen Meisterschaften im Aerobic-Turnen in Eisenberg gewoben. Nun muss der ATV Eisenberg um Maria Lippold (Foto) und dem Präsidenten des Thüringer Turnverbandes, Burkhardt Wartner (2.v.r.), absagen. Links und rechts die Schirmherren Landrat Andreas Heller und Bürgermeister Michael Kieslich.

Zu Jahresbeginn wurde kräftig für die Deutschen Meisterschaften im Aerobic-Turnen in Eisenberg gewoben. Nun muss der ATV Eisenberg um Maria Lippold (Foto) und dem Präsidenten des Thüringer Turnverbandes, Burkhardt Wartner (2.v.r.), absagen. Links und rechts die Schirmherren Landrat Andreas Heller und Bürgermeister Michael Kieslich.

Foto: Susann Grunert

In diesem Jahr wird es nun doch keine Deutschen Meisterschaften im Aerobic-Turnen in Eisenberg geben.

Am Montag gab Maria Lippoldt, Vorsitzende des ATV Eisenberg, dergleichen bekannt. Die Hauptgrund für besagte Entscheidung bestünde laut Lippoldt darin, dass aufgrund der Corona-Situation lediglich Einzelwettkämpfe in den diversen Alterskategorien hätten ausgetragen werden können.

„Für die paar Wettkämpfe wäre der Aufwand im Vorfeld für uns einfach zu groß gewesen, zumal man ja auch immer damit rechnen muss, dass irgendjemand positiv auf Corona getestet wird und dann plötzlich alles abgeblasen wird. Das ist uns alles eine Idee zu spannend“, sagt Maria Lippoldt.

Und deshalb hat man sich seitens des ATV Eisenberg dazu durchgerungen, die diesjährige Meisterschaft abzugeben. Stattdessen bewerben sich die Eisenberger für das Jahr 2022.

„Wir hoffen, dass wir dann eine normale Sportveranstaltung haben, wie wir sie alle vor Corona gewohnt waren“, sagt Lippoldt.

Im kommenden Jahr wird die Deutsche Meisterschaft im Aerobic-Turnen indes ein Bestandteil des Deutschen Turnfestes sein, welches im Mai in Leipzig ausgetragen werden soll.

Ursprünglich sollte Eisenberg vom 19. bis zum 21. Juni zum Epizentrum der Aerobic-Turnens mutieren, wurde dann jedoch aufgrund von Corona erst auf Oktober, dann sogar auf November verschoben.

Naturgemäß ist Maria Lippoldt über diese Entwicklung enttäuscht. Doch dabei geht es ihr allein nicht nur um die abgegebene Meisterschaft. Das ist quasi nur die Spitze des Eisberges. Vielmehr hadert die Vereinsvorsitzende mit der Gesamtsituation. Eben damit, dass es in den kommenden Wochen und Monaten keine Wettkämpfe geben wird. Dabei denkt Maria Lippoldt weniger an sich, sondern in erster Linie an ihre Aerobic-Schützlinge.

„Sie wollen sich einfach mal wieder mit anderen messen“, sagt die Vorsitzende. Zwar könne man nun wieder in der Halle trainieren, doch ohne ein konkretes Ziel sei das auf Dauer ein schwieriges Unterfangen.

Dass in der Vergangenheit aufgrund von Corona Wettkämpfe abgesagt worden, dafür hat Maria Lippoldt Verständnis, zweifelsohne. Doch die Zurückgeworfenheit ihrer Kinder und Jugendlichen auf das reine Training kein tragbarer Zustand. Nichtsdestotrotz, ihre Schützlinge würden das Beste aus der derzeitigen Situation machen, seien in puncto Aerobic sehr gut drauf – allein die Wettkämpfe würden ihnen fehlen.

Doch Maria Lippoldt verweist noch auf einen anderen Aspekt, der mit der Pandemie einhergeht: die Planungs-Ohnmacht.

Kaum möglich, etwas zu planen

„Es ist derzeit unmöglich, irgendetwas zu planen“, moniert Lippoldt und verweist auf einen Wettbewerb, der im Oktober im bulgarischen Plowdiw über die Bühne gehen soll. Mit Alina Köcher und Jessika Lippoldt wollte sie die Reise antreten, habe sich aber nunmehr dagegen entschieden. Zu ungewiss sei das alles, zumal man im Falle einer Absage auch immer damit rechnen müsste, dass man das Geld, welches man im Vorfeld für An- und Abreise oder Übernachtung bereits bezahlt hat, nicht in Gänze – oder überhaupt nicht – erstattet bekomme.

Nein, das sei alles recht unbefriedigend, hält Maria Lippoldt fest. Der Umstand, dass es derzeit auch keine Veranstaltungen geben würde, auf denen ihre Athleten ihr Können darbieten können, geselle sich noch erschwerend dazu. Keine Wettkämpfe, kein Publikum – das Rampenlicht scheint dieser Tage in schier endloser Ferne.

„Aber wir werden weiter trainieren und immer besser werden“, sagt Maria Lippoldt zum Abschluss in einem Anflug von Galgenhumor.