Enge Kiste im Derby für den HSV Bad Blankenburg

Bad Blankenburg.  Der HSV Bad Blankenburg gewinnt in der Handball-Oberliga gegen den HBV Jena mit 28:26 (17:13)

Gedränge am Kreis: Der Blankenburger Ivo Havel versucht sich gegen die Jenaer Jannik Möller (rechts) und Sebastian Triller (unten) durchzusetzen.

Gedränge am Kreis: Der Blankenburger Ivo Havel versucht sich gegen die Jenaer Jannik Möller (rechts) und Sebastian Triller (unten) durchzusetzen.

Foto: Peter Scholz

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Ein Derby ist ein Derby. Da lässt sich nicht viel voraussagen, auch wenn die Rollen vor der Partie zwischen dem HSV Bad Blankenburg und dem HBV Jena eigentlich klar verteilt waren: Der Tabellensechste trifft auf den Letzten. „Das wir ein enges Ding“, sagte vor der Begegnung schon Tobias Jahn, der sportliche Leiter des Aufsteigers. Und er sollte Recht behalten.

In den ersten 20 Minuten sah es nie danach aus, dass die Jenaer Gäste in der Tabelle eigentlich mit dem Rücken zur Wand standen. Gut, eine Jenaer 2:0-Führung zu Beginn beunruhigte noch niemanden beim HSV. Aber die Gäste ließen nicht locker, glichen in dieser Phase immer wieder aus. Mit dem Ergebnis, dass nach einer Viertelstunde die Gäste sogar mit 7:6 führten.

Danach freilich schien das Spiel in seine erwarteten Bahnen zu laufen: Ein 4:0-Lauf der Bad Blankenburger brachte sie in zu einer 10:7-Führung, die die Gastgeber bis zur Halbzeit sogar noch ausbauten. Doch die Jenaer dachten trotz des Rückstandes nicht daran, klein beizugeben. Auch wenn nach der Halbzeit die Gastgeber mit zwei schnellen Toren sogar auf sechs Treffer enteilten.

Als dann sieben Minuten nach der Pause die Blankenburger nur noch mit drei Feldspielern – Bogatzki, Petko und Beketov saßen gleichzeitig Zwei-Minuten-Strafen ab – auf dem Parkett standen, bliesen die Jenaer zur Aufholjagd: „Gebt jetzt alles, mehr als 100 Prozent“, forderte der HBV-Akteur Malte Hansemann seine Mitspieler auf. Doch die Jagd wurde im Keime erstickt. Zunächst.

Denn dann bissen sich die Jenaer zurück ins Spiel, glichen 17 Minuten vor dem Schlusspfiff erstmals wieder aus (21:21). „Diese acht Minuten in der zweiten Halbzeit mit den vielen Zeitstrafen haben dazu geführt, dass wir selbst Unruhe in unser Spiel gebracht haben“, sagt HSV-Coach Igor Ardan. Man könne ja viele Zeitstrafen verkraften, aber doch nicht so viele gleichzeitig.

Am zwischenzeitlichen Ausgleich konnte auch ein bärenstarker HSV-Torhüter Julius Rein nichts ändern. „Ja, ich hatte einen guten Tag, aber ich hätte noch zwei, drei mehr halten können“, so der Keeper. Dass es so eng wurde, verwunderte den Torhüter nicht: „Jena hatte nichts zu verlieren, die haben bis zum Ende gekämpft und geackert.

Spätestens beim Ausgleich Mitte der ersten Hälfte war es ein Derby, das nichts für schwache Nerven war: Zwar konnten die Blankenburger immer wieder vorlegen, zwischenzeitlich auch einmal mit zwei Toren, aber sicher war da auch zwei Minuten vor dem Spielende, als der HSV mit 26:24 führte, gar nichts.

Die letzten zwei Minuten gehörten dann Ivo Havel, der zwei seiner drei Treffer erzielte und die Jenaer auf Distanz erhielt. Den Deckel aus Sicht der Gastgeber machte dann neun Sekunden vor dem Ende Tomas Zeman drauf, der das 28:26 erzielte.

„Es war gut, dass wir nie die Moral verloren haben“, sagte HBV-Coach Sergio Casanova, der letztlich von einem verdienten Sieg der Gastgeber sprach: „Wir waren immer zwei, drei Tore im Rückstand, da ist dann ein Sieg schwierig.“

Geschlagen musste auch der ehemalige HSV-Akteur Maic Sadewasser die Rückfahrt antreten: „Wir hätten hier überraschen können, aber wir haben so viele Chancen liegen gelassen.“ Hätte man die Siebenmeter verwandelt, wäre das Ergebnis ein anderes gewesen, so Sadewasser. „Das war doch mal ein Derby“, sagt auf dem Nachhauseweg Tobias Jahn. Es war eines so recht nach dem Geschmack der Gastgeber, wenngleich die Jenaer irgendwie doch trauerten: „Aber wir können hier mit erhobenen Kopf die Halle verlassen“, sagte Casanova.

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