FC Carl Zeiss Jena: Zwischen Wunschdenken und Corona-Realismus

Jena.  Der FC Carl Zeiss Jena bleibt trotz des festgelegten Starttermins für die Fußball-Regionalliga skeptisch. Der NOFV baut derweil einen Spielplan.

Dunkle Wolken über dem Paradies: Wann das nächste Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena stattfindet, bleibt ungewiss.

Dunkle Wolken über dem Paradies: Wann das nächste Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena stattfindet, bleibt ungewiss.

Foto: Tino Zippel

Der FC Carl Zeiss Jena beginnt gleich mit einem Spitzenspiel, wenn die Regionalliga am Wochenende vom 4. bis 6. Dezember wie vom Spielausschuss beschlossen wieder durchstartet: Spitzenreiter Viktoria Berlin heißt der Gegner. Die Thüringer Vereine bleiben aber skeptisch.

„Beim Termin für den Neustart handelt es sich um einen Wunsch des Spielausschusses. Das Infektionsgeschehen wird darüber entscheiden“, sagt Chris Förster, Geschäftsführer des FC Carl Zeiss Jena. Angesichts der aktuellen Fallzahlen sehen die Jenaer „die Wiederaufnahme ohne regelmäßige Testung als nahezu unmöglich“. Bislang gibt es keine regelmäßigen Abstriche in der Regionalliga, die zudem mit Kosten je Test von 60 Euro pro Person zu Buche schlagen würden und mehrfach pro Monat nötig sind.

„Gesellschaftlich falsches Signal“

Förster hofft auf baldige Gewissheit, um Planungssicherheit in wirtschaftlichen Belangen zu bekommen. Entscheidungen, ob in diesem Jahr in der Regionalliga noch einmal der Ball rollt, verspricht er sich vom Bund-Länder-Gipfel, der am kommenden Mittwoch stattfindet. Sollten dort die Corona-Einschränkungen verlängert werden, betrachtet er einen Liga-Neustart als „gesellschaftlich falsches Signal“.

Hubert Wolf, Präsident des ZFC Meuselwitz, kann mit der Lösung, noch drei Spieltage und ein Nachholspiel im Dezember auszutragen, leben. Maximal zwei Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit könne der ZFC verkraften. Den Forderungen von Lok Leipzig und einigen Berliner Vereinen, sofort bis Ende Januar in die Winterpause zu gehen, schließt er sich nicht an. Es werde dann unmöglich, die Saison mit zwei Halbserie zu Ende zu spielen. Die Taktik hinter der Forderung indes versteht er: „Die meisten wollen möglichst lang in Kurzarbeit gehen und viele englische Wochen absolvieren, um so wenig wie möglich Geld auszugeben.“

So baut der NOFV den Spielplan

Wenn es Anfang Dezember tatsächlich zum Neustart kommt, dann finden die regulär angesetzten Partien statt. „Die wegen des Lockdowns ausgefallenen Begegnungen setzen wir als Nachholspiele an“, sagt Regionalliga-Spielleiter Wilfried Riemer. Das bedeutet für den FC Carl Zeiss, dass zum Auftakt das Gastspiel beim Spitzenreiter Viktoria Berlin ansteht. Die Mannschaft hat bislang in dieser Saison noch keinen Punkt abgegeben. Meuselwitz muss zuerst daheim gegen den FSV Luckenwalde antreten.

Wegen der möglichen Spiele gehen beide Thüringer Vereine nicht auf Kurzarbeit null. Sie haben aber zum 1. November Kurzarbeit beantragt. Der FC Carl Zeiss reduziert die Arbeitszeit seiner Fußballer um ein Viertel, stockt aber das anteilige Kurzarbeitergeld auf, sagt Geschäftsführer Förster.