FC Rot-Weiß Erfurt denkt über Regionalliga-Verbleib nach

Erfurt.  Durch die Corona-Krise ist der Verbleib in der Regionalliga wieder eine Option. Insolvenzverwalter Reinhardt ist mit dem Verband im Gespräch, obwohl ein neuer Investor noch immer fehlt.

Ist mit dem NOFV im Gespräch: Rot-Weiß-Insolvenzverwalter Volker Reinhardt.

Ist mit dem NOFV im Gespräch: Rot-Weiß-Insolvenzverwalter Volker Reinhardt.

Foto: Sascha Fromm

Beim FC Rot-Weiß Erfurt könnte die Regionalliga für die kommende Saison wegen der Corona-Krise trotz des freiwilligen Rückzuges aus der vierten Liga mitten im Spieljahr plötzlich doch wieder ein Thema werden. „Noch steht nicht fest, ob die Saison 2019/2020 der Regionalliga Nordost abgebrochen oder zu einem späteren Zeitpunkt zu Ende gespielt wird. Wir sind jedoch mit dem NOFV im Gespräch, um auszuloten, welche Möglichkeiten im Hinblick auf einen Verbleib in der Regionalliga bestehen“, sagte Insolvenzverwalter Volker Reinhardt unserer Zeitung bezüglich der Gespräche mit dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV).

Allerdings stehen diesen Überlegungen zahlreiche ungeklärte Fragen und darüber hinaus die Tatsache entgegen, dass sich Erfurt am 29. Januar angesichts eines Millionen-Fehlbetrags im Etat aus dem Spielbetrieb abgemeldet hat. Damit war der Abstieg in die Oberliga besiegelt. Hinzu kommt, dass der Club zum nun verstrichenen Stichtag am 5. März beim Verband keine offizielle Meldung für die Regionalliga abgegeben hat. Der NOFV blieb vage, ob die Bemühungen überhaupt eine Chance haben könnten. „Niemand kann aus heutiger Sicht sagen, wie es in ein paar Wochen weitergeht“, so Geschäftsführer Holger Fuchs.

Das größte Hindernis des insolventen Vereins ist allerdings die wirtschaftliche Grundlage. Bislang konnte Reinhardt noch keinen Investor präsentieren, der den Spielbetrieb der ersten Mannschaft – egal nun in welcher Liga – weiterführen will. An der Situation, dass man in Verhandlungen sei, habe sich nichts geändert, erklärte er.

Ein anderer Ex-Regionalligist ist da längst viel weiter. Die SG Wattenscheid aus der Staffel West hatte zu Beginn dieser Serie einen Insolvenzantrag gestellt und zog sich am 23. Oktober – wie Erfurt – mitten in der Saison aus dem Spielbetrieb zurück. Damit war der Abstieg in die Oberliga Westfalen besiegelt. Nun aber hat der Verein fristgerecht auch für die vierte Liga gemeldet, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Der Ex-Bundesligist ließ Taten folgen. Trotz der unklaren Zukunft wurden ein Trainerteam und erste neue Spieler vorgestellt sowie der Kartenvorverkauf gestartet.

Laut NOFV habe sich die Mehrheit der Clubs dafür ausgesprochen, die Saison unter der Voraussetzung fortzuführen, dass das Spieljahr bis zum 30. Juni beendet werden kann. Alles hängt von den behördlichen Anordnungen ab. Selbst wenn die Saison abgebrochen und annulliert werden würde, bräuchte RWE für den Regionalliga-Verbleib das Entgegenkommen des NOFV – und Geldgeber, die trotz laufender Insolvenz all das finanzieren.