Juniorentrainer Patz: Mit Ungarn Fußballgrößen von heute erlebt

Jena  Regelmäßige Telefonate mit Andy Möller. Ronaldo, Shaqiri und Xhaka aus nächster Nähe bewundert und in Belgien Erfahrungen gesammelt

Andreas Patz während seiner Trainerzeit bei Cercle Brügge.

Andreas Patz während seiner Trainerzeit bei Cercle Brügge.

Foto: Andreas Patz / OTZ

Andreas Patz durfte Cristiano Ronaldo schon aus nächster Nähe bewundern – und zwar am Spielfeldrand bei den Qualifikationsspielen der ungarischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2018. In jenen Tagen war der jetzige Trainer der A-Junioren des FC Carl Zeiss Jena als Chefanalytiker für die Ungarn tätig. Er gehörte damit zum Trainerstab von Bernd Storck, der von 2015 bis 2017 die Ungarn trainierte.

„Das war auf jeden Fall ein Erlebnis“, sagt Patz, der jedoch nicht nur von den Partien gegen Portugal schwärmt. Denn im Rahmen der Qualifikation für die WM in Russland traf die ungarische Nationalmannschaft auch auf die Schweiz mit Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka. Noch so ein Highlight.

Analytiker aus Tiefenort

Zwar scheiterten die Ungarn in der Qualifikation, doch die hochkarätigen Momente in Sachen Fußball möchte der 37-jährige Fußballlehrer mit der Uefa-A-Lizenz auf keinen Fall missen. Über einen Trainerkollegen sei der Kontakt zum ehemaligen Dortmund-Profi Bernd Storck einst zustande gekommen. Sein Studium der Spielanalyse in München sei der Türöffner gewesen, berichtet Andreas Patz, der in Tiefenort bei Bad Salzungen das Licht der Welt erblickte.

„Bernd Storck hat mich dann eingeladen. Ich habe dann das ganze Trainerteam kennengelernt und schnell gemerkt, dass das passt.“ Zum Trainerstab von eben Storck gehörte auch Welt- und Europameister Andy Möller. „Andy ist ein lustiger Mensch, sehr bodenständig. Man kann sich mit ihm Tag und Nacht über Fußball unterhalten“, sagt der FCC-Trainer.

Er und Möller würden immer noch in Kontakt stehen und regelmäßig miteinander telefonieren. Nach den zwei Jahren in Ungarn arbeitete Andreas Patz unter Bernd Storck in Belgien in der Division 1A, der höchsten Spielklasse des Landes: zuerst als Co-Trainer bei Royal Excel Mouscron und von Oktober 2019 bis Juli 2020 bei Cercle Brügge.

Brügge wiederum kooperierte mit dem AS Monaco, sodass viele Talente aus der französischen Ligue 1 bei den Belgiern gastierten. „Aus der Zeit in Ungarn und Belgien konnte ich viel Wissen mitnehmen, welches mir bei meiner Arbeit mit den A-Junioren ungemein hilft“, sagt Andreas Patz. Er selbst spielte einst als Innenverteidiger für den FC Eisenach in der Thüringenliga. Doch das sei nicht weiter erwähnenswert, sagt der zweifache Vater und lacht.

Blick Richtung Bundesliga

Seit August 2020 hat er nun das Kommando über die A-Junioren inne. Mit ihnen rangiert er nach sieben Spielen auf Tabellenplatz fünf der Regionalliga. „Wir haben uns sehr schnell gefunden, sind gut gestartet und haben auch das eine oder andere Ausrufezeichen setzen können“, resümiert der Trainer, der mit besagtem Ausrufezeichen unter anderem auf den Kantersieg über den FC Rot-Weiß Erfurt verweist. Ende September schlugen seine FCC-Kicker den Dauerrivalen aus der Landeshauptstadt 7:0.

„Womöglich könnten wir auch ganz oben stehen, doch wir haben zwei Spiele weniger als so mancher Konkurrent in der Liga absolviert“, betont Patz, der mit dem FCC in die Bundesliga aufsteigen möchte. Das sei das eigentliche Ziel für die Saison 2020/21 – und diesbezüglich sei man auf einem guten Weg.