Finales Bewerbungsspiel für René Klingbeil beim FC Carl Zeiss Jena

Jena.  Nach der Meppen-Partie muss der FC Carl Zeiss Jena entscheiden, wie es für Interimstrainer René Klingbeil weitergeht.

Interimstrainer René Klingbeil (links) mit Geschäftsführer Chris Förster.

Interimstrainer René Klingbeil (links) mit Geschäftsführer Chris Förster.

Foto: Frank Steinhorst

Auf René Klingbeil wartet am Sonnabend das letzte Casting an der Seitenlinie des FC Carl Zeiss Jena. In der Begegnung des Thüringer Fußball-Drittligisten im Ernst-Abbe-Sportfeld gegen den SV Meppen können die Spieler mit einer guten Leistung noch einmal final Werbung machen, damit der 38-Jährige zur Dauerlösung bis zum Saisonende wird. Am 26. Februar läuft seine Zeit als Interimstrainer aus. Dann kann es für ihn, dem die Fußballlehrer-Lizenz für die 3. Liga fehlt, entweder als Teamchef mit eben einem solchen Lizenzinhaber im Team weitergehen. Oder Klingbeil rückt wieder in die Rolle des Co-Trainers.

„Ich bin da ganz entspannt“, sagt Klingbeil. Nur eins steht fest: „Spieler geht nicht mehr. Irgendwann ist die Karriere für jeden vorbei.“ Die Fußballschuhe hängen bei ihm im heimischen Lößnitz (Erzgebirge) übrigens tatsächlich an einem Nagel. „Jetzt schauen wir erst mal, dass wir das Spiel gut bestreiten, und dann werden wir sehen, was passiert.“ Die Entscheidung liege bei der Geschäftsführung, mit der er regelmäßig telefoniert. „Sie haben mich damit auch ein Stück weit in Ruhe gelassen, damit ich das Team perfekt auf die nächsten Spiele vorbereiten kann.“

Meppen gilt beim Spiel gegen den FCC als klarer Favorit

Und der kommende Gegner heißt Meppen. Als Tabellen-Siebenter sind die Niedersachsen klarer Favorit, konnten sich nach zwei Niederlagen zu Jahresbeginn zuletzt wieder stabilisieren. Außerdem kommt die Mannschaft von Trainer Christian Neidhart mit der Empfehlung eines 3:0-Siegs aus dem Hinspiel von der Ems an die Saale. Nur einer fehlt: Der gelbgesperrte Top-Scorer der Liga Deniz Undav (14 Treffer, 9 Vorlagen).

Für Klingbeil muss das kein Vorteil sein. „Undav ist sicherlich ein Toptorjäger. Aber gerade in der Offensive hat Meppen richtig viel Qualität. Die werden keine großen Probleme haben, das aufzufangen.“ Ziel des FCC müsse es deshalb sein, die „geballte Offensivkraft“ der Meppener in den Griff zu bekommen. Trotz des späten Gegentreffers zum 1:1 habe sein Team in dieser Hinsicht gegen Waldhof Mannheim aber viel Selbstvertrauen tanken können. „Die Spieler haben dort viel geleistet.“ Und immerhin 92 Minuten die Null gehalten.

Kader ist wieder auf 22 Spieler angewachsen

In Sachen Personal hat Klingbeil „die Qual der Wahl“, wie er selbst sagt. Durch die zuvor gesperrten Rückkehrer Pierre Fassnacht, Meris Skenderovic und Kilian Pagliuca ist sein Kader auf 22 Spieler angewachsen, weshalb zwei Talente erst einmal Spielpraxis sammeln sollen: Max Gottwald bei der zweiten Mannschaft in der Oberliga, Niklas Jahn bei den A-Junioren. Dann hat der Interimscoach immer noch 20 Spieler zur Verfügung, was er „sehr, sehr schön“ findet.

Ob wieder im 3-5-2-System gespielt wird oder im etwas defensiveren 4-4-2 wie zuletzt gegen Mannheim, will Klingbeil am Freitag entscheiden. Jedenfalls habe es ihn gefreut, dass die Spieler des Tabellenletzten den Wechsel so gut umgesetzt haben. „Wir können beide Systeme spielen. Das zeigt, dass eine gewisse taktische Qualität in der Mannschaft steckt.“ Wichtig sei aber: „Wir dürfen nicht verkrampfen, am Samstag gehört Tagesform und Glück dazu, das müssen wir ein Stück weit erzwingen.“

Sollte die Meppen-Begegnung vorerst Klingbeils letztes Spiel als verantwortlicher Trainer sein, wird er nach bisher einem Sieg und einem Unentschieden mindestens mit einer ausgeglichen Bilanz aus dem Amt scheiden.

Und das kann nicht jeder Ex-Trainer des FC Carl Zeiss von sich behaupten.

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FC Carl Zeiss Jena – SV Meppen, Sonnabend, 14 Uhr, Ernst-Abbe-Sportfeld