Für Sindy Lenz und Schwarz Weiß Erfurt „zählt nur der Klassenerhalt“

Erfurt.  Die Außenangreiferin geht bei den Erfurtern in ihre dritte Volleyball-Erstligasaison.

Zwischen Klausur und Saisonstart: Sindy Lenz.

Zwischen Klausur und Saisonstart: Sindy Lenz.

Foto: Sascha Fromm

Neue Gesichter haben die Erfurter Bundesliga-Volleyballerinnen in den vergangenen Tagen einige präsentiert. Zu den bekannten, die bleiben, gehört Sindy Lenz. Die 21-Jährige geht bereits in ihre dritte Saison mit den Erfurterinnen. Die gebürtige Schwedterin ist heimisch geworden in Thüringen. Und auch die lange sportliche Zwangspause des Frühjahrs hat sie nicht einsam werden lassen. Der Grund: „Mein Freund, gleichfalls Volleyballer und in Gotha unter Vertrag, ist ja fast immer vor Ort. So lässt sich das Ganze deutlich leichter ertragen.“ Und mit einem schelmischen Lächeln: „Den habe ich aus Berlin von meinem Vorgängerverein mitgebracht.“

Ja, die 1,85 Meter große Angreiferin mit besonderen Fähigkeiten in der Annahme klagt nicht. Nicht über permanente Solo-Unterarmstütze, -Liegestütze oder -Kniebeugen. Das Fitnessprogramm für den Tag X, der nach einem unendlich scheinenden Vierteljahr des erzwungenen Nichtstuns Realität anzunehmen scheint. Sie macht das Beste daraus. Ganz nach ihrem Lebensmotto „Never stop learning“.

Fernstudium in chemischen Verfahrenstechniken

Für Sindy Lenz eben auch eine richtig gute Möglichkeit, ihr Fernstudium in chemischen Verfahrenstechniken voranzutreiben. Chemie? Für Sindy keine Hürde. Eher in den Genen vorbestimmt. Mama wie auch Bruder bewegen sich im technischen Milieu. „Ich fand Chemie schon in der siebenten Klasse richtig cool“, hebt die frühere Jugend- und Junioren-Nationalspielerin mit Nachdruck hervor. Jetzt ist sie im zweiten Semester und steht vor einer Klausur: „Die gibt’s online. Früh um acht bekomme ich die Aufgaben, um zehn muss ich abgeben.“ Quälende Träume hat sie deswegen überhaupt nicht: „Das wird schon!“

Auch über ihren Hauptjob Volleyball macht sie sich keine Sorgen. Sie freut sich aber durchaus, dass mit Paula Reinisch, Rica Maase, Sabrina Krause, Michelle Petter und Mia Stauß gleich fünf Spielerinnen geblieben sind: „Das macht den Wiederanfang einen Tick leichter. Man kennt sich und weiß, wie die andere tickt.“ Und sie ist neugierig auf den neuen Trainer Dirk Sauermann. Erstmals zuhause spielen sie am 24. Oktober gegen Potsdam.

Einen etwas traurigen Blick zurück kann sich Sindy aber doch nicht verkneifen: „Ich hätte gern unser Saisonfinale gegen Suhl gespielt und war heiß auf die Revanche. Wir wollten zeigen, dass wir auch sportlich in die erste Bundesliga gehören.“ Die Frage, wo denn die Schwarz-Weißen in dieser Saison tabellarisch enden werden, wischt sie dagegen einfach vom Tisch: „Solche Spielchen sind nichts für mich. Ich lebe in der Realität. Und da zählt für uns nur der Klassenerhalt.“