FC Carl Zeiss Jena verliert Hitzeschlacht in Münster mit 0:2

Münster  Trainer Kwasniok mahnt zu Geduld nach dem Umbruch. „Der Weg, den wir beschreiten, wird ein ganz langer sein“, sagt Kwasniok nach dem Spiel.

Jenas Anton Donkor kommt gegen Münsters Torwart Maximilian Schulze Niehues einen Schritt zu spät.

Jenas Anton Donkor kommt gegen Münsters Torwart Maximilian Schulze Niehues einen Schritt zu spät.

Foto: Thomas Corbus

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem SC Preußen Münster bieten sich einige Vergleiche an: Beide Traditionsvereine haben ein Dutzend neue Spieler verpflichtet, mit ihrem Spielsystem versuchen sie, Feuer auf dem Platz zu machen. Und beide Spielstätten – sowohl das Stadion am Berg Fidel als auch jenes an den Kernbergen – sind dringend sanierungsbedürftig.

Jena-Trainer Lukas Kwasniok zieht unterdessen nach dem 0:2 und der zweiten Saisonniederlage einen Vergleich mit dem SC Freiburg. Der Bundesligist habe „eine Idee vom Fußball, die versuchen sie zu verfolgen – mit allen Konsequenzen“.

Diesen Weg will auch Kwasniok beharrlich gehen. Daher werde sich an seiner Spielidee „auch in den restlichen 36 Spielen definitiv nichts ändern“, kündigt er an. Ein „relativ wildes Spiel“ sei die Partie gegen Münster gewesen. Wild, weil fehlerbehaftet. Beiden Mannschaften sei es nicht gelungen, bei Ballbesitz das Spiel zu kontrollieren. Und dann passierte es zwei Minuten nach Wiederanpfiff, dass auf dem rechten Flügel Tür und Tor offen waren, so dass Verteidiger Özcan ungehindert durchkam und nur noch seinen aufgerückten Kapitän Schauerte mit Maßflanke bedienen brauchte.

Das Video konnte nicht gefunden werden.
„Ruhe ist die Basis des Erfolgs“: FCC-Trainer Kwasniok hält an Strategie fest

Dieses Führungstor für die Gastgeber kurz nach der Pause war in der Hitzeschlacht schon die Vorentscheidung. Denn in den ersten 45 Minuten dieser zwei Mal für Trinkpausen unterbrochenen Partie schenkten sich beide Teams nichts. Was an die Kräfte ging. Donkor hatte schon nach zwei Minuten die Führung auf dem Fuß, doch der Ball traf den Querbalken. Drei Minuten später wackelte das Gebälk um Jenas Schlussmann Jo Coppens. Donkor war immer wieder die gesuchte Anspielstation, doch selbst ein Stollenwechsel in der 18. Minute brachte nicht die erforderliche Feinjustierung für einen Treffer. Und Marian Sarr, der Unglücksrabe mit den zwei Eigentoren beim 1:2 zum Liga-Auftakt gegen Ingolstadt? Er spielte wie angekündigt von Beginn an und verpasste nach einer Ecke per Kopf die Chance zu treffen (23.).

Dass der Gastgeber kurz vorm Abpfiff noch durch Cueto das Ergebnis auf 2:0 erhöhte, war nur noch von statistischer Bedeutung. Die beste Nachricht blieb die Rückkehr von Julian Günther-Schmidt, der überraschend die über vierstündige Fahrt mit angetreten hatte und in den letzten 20 Minuten seinen ersten Einsatz nach der seit Weihnachten 2018 währenden Verletzungspause bekam.

„Der Weg, den wir beschreiten, wird ein ganz langer sein“, bittet Trainer Kwasniok den Anhang um Geduld. Es seien eben extrem viele Spieler geholt worden, die zuletzt wenig bis gar keine Spielpraxis hatten. Dies habe sich in den heißen 90 Minuten in Münster bemerkbar gemacht. Auch nach den beiden Auftaktniederlagen werde man vom eingeschlagenen Kurs nicht abweichen und sich jetzt womöglich hinten reinstellen und beten.

„Wir hatten schon in der vergangenen Saison alle Götter angebetet“, erinnert Kwasniok, „die haben in dieser Saison bestimmt keine Lust mehr auf uns.“ Es bleibe nur, sich ständig zu verbessern und jene Spieler, die noch nicht an ihrem Limit sind, dorthin zu führen. Das könne durchaus zwei, drei Monate in Anspruch nehmen. Da werde es freilich noch Niederlagen geben. „Niederlagen gehören im Sport dazu“, sagt Kwasniok, „und die Wahrscheinlichkeit von Niederlagen zu Beginn eines Umbruchs ist deutlich höher als am Ende.“ Daher werde man die nötige Ruhe bewahren und sich nicht von einzelnen Ergebnissen blenden lassen.

„Ich bitte die Fans des FC Carl Zeiss um Geduld“, hofft Kwasniok auf die nötige Unterstützung. Und vielleicht sollte man ja „ein wenig nach Freiburg schielen“.

OTZ Spielerzeugnis

  • Coppens 2,5
  • Kirchner 3,5
  • Hammann 2,5
  • Sarr 4,0
  • Fassnacht 4,0
  • Kübler 3,5
  • Käuper 3,0
  • Gabriele 3,0
  • Schau 3,5
  • Donkor 3,0
  • Skenderovic 3,5
  • Günther-Schmidt 3,0
  • Weiß 3,0

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.