Losverfahren im Fußball-Landespokal bleibt: Spiel-Einnahmen teilen sich Jena und Erfurt

Erfurt  Auch in der nächsten Saison können ab der zweiten Runde die höchstklassigen Fußball-Teams Rot-Weiß Erfurt und FC Carl Zeiss Jena aufeinandertreffen. Endspielort ist weiter Erfurt

Foto: Sascha Fromm

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Als Eisschnellläuferin sorgte Gunda Niemann-Stirne-mann Ende des letzten Jahrhunderts für Furore. Als Glücksfee bewies die 51-Jährige am Samstag beim Drittliga-Derby zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem FC Carl Zeiss Jena (1:0) jedoch kein glückliches Händchen. Ausgerechnet die beiden Drittligisten des Freistaates angelte Niemann-Stirnemann bei der Auslosung des Fußball-Landespokals nacheinander aus dem Lostopf.

Dass die Rivalen nun schon im Achtelfinale gegeneinander spielen, ist ein Novum. Das früheste Aufeinandertreffen im Landespokal war in der Saison 2012/13. Damals gewann Erfurt im Viertelfinale in Jena 1:0.

Zwei Lostöpfe, so dass die höherklassigen Vereine erst im Viertel- oder gar Halbfinale aufeinandertreffen, gibt es nicht. Bereits eine Runde zuvor hätten beide Mannschaften schon gegeneinander spielen können.

Sven Wenzel, Vorsitzender des Spielausschusses des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV),verteidigt das Verfahren mit nur einem Lostopf. „Für den Verband ist es sicher interessanter, wenn beide Vereine zum Ende aufeinandertreffen. Aber auch im DFB-Pokal ist es ähnlich. Da freut sich der FC Bayern auch nicht, bereits in der zweiten Runde in Leipzig spielen zu müssen.“

Das Achtelfinale wird am Wochenende 7./8. Oktober ausgespielt. „Die exakte Terminierung wird wohl nicht vor diesem Wochenende erfolgen“, ließ Wenzel verlauten. Abhängig ist die Terminierung unter anderem vom Fernsehen. Der MDR hat Interesse, das Derby live zu übertragen. Das letzte Wort werden aber die Sicherheitsbehörden haben. Das jüngste Derby musste mit gut 2000 Polizisten abgesichert werden. Ein ähnliches Aufgebot muss auch in Jena vor Ort sein.

Auch wenn das Derby kein Endspiel ist, lukrativ wird diese Begegnung für beide Vereine. Bis vor drei Jahren konnte der Gastgeber die kompletten Zuschauereinnahmen behalten. Nun werden die Einnahmen nach Abzug der Kosten (Ordner, Schiedsrichter usw.) 60:40 Prozent aufgeteilt.

Doch egal, welche Mannschaft die nächste Runde übersteht, und womöglich es bis ins Finale schafft, der Endspielort steht mit Erfurt bereits fest. „Wir haben uns drei Jahre lang an Erfurt gebunden“, erklärt Wenzel. Das erste Endspiel in der Landeshauptstadt gewann der FC Rot-Weiß letzte Saison gegen Nordhausen 1:0. Mindestens zwei weitere Finals werden damit im Steigerwaldstadion folgen, auch wenn die Begegnung Jena gegen Meuselwitz lauten würde. „In Thüringen haben wir aus Sicherheitsgründen wenig Auswahl, einen anderen Endspielort zu benennen“, so Wenzel.

Unüblich ist die Festlegung des Finalortes nicht. Im DFB-Pokal wird das Endspiel seit 1985 im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Bis dahin ist es sowohl für Jena als auch Erfurt ein weiter Weg.

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