Köln, 1860 München, HSV – unvergessliche Pokalmomente in Nordhausen

Nordhausen  Nach 22 Jahren ist Nordhausen wieder Gastgeber im DFB-Pokal. Gegner Aue wurde 1997 schon mal 5:1 bezwungen. Ein Blick auf besondere Pokalmomente.

Wackers René Kiel forderte den Kölner Bundesliga-Star Pierre Littbarski in den Zweikämpfen trotz des 0:8 am 18. August 1992.

Wackers René Kiel forderte den Kölner Bundesliga-Star Pierre Littbarski in den Zweikämpfen trotz des 0:8 am 18. August 1992.

Foto: Sascha Fromm

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Heute schwer vorstellbar, wie sich vor 27 Jahren im Nordhäuser Albert-Kuntz-Sportpark 8000 Fans wie die Heringe auf den Rängen drängten, um den 1. FC Köln im DFB-Pokal zu sehen. Am kommenden Samstag werden an die 5000 Zuschauer für eine ähnlich heiße Stimmung im Südharz sorgen.

Der Gegner ist dann mit Erzgebirge Aue nicht ganz so prominent wie 1992. Aber mit Sicherheit wird das Spiel wieder für unvergessliche Pokal-Momente in Nordhausen sorgen.

Aue mit 5:1 bezwungen

Mit Aue verbindet Nordhausen eine lange Punktspielgeschichte. Wackers langjähriger Archivar Klaus Verkouter ermittelte das erste Spiel 1950 in der DS-Liga zwischen Lok KWU Nordhausen und der BSG Zentra Wismut Aue, dass die Erzgebirgler im Südharz mit 7:3 gewannen. Es folgten 19 weitere Partien gegen Wismut I und II in der DDR-Liga, der NOFV-Oberliga und der Regionalliga – und gegen den FC Erzgebirge. Dort landete Wacker den größten Coup, als man die Sachsen am 4. Mai 1997 mit 5:1 in ihrem Stadion im Lössnitztal wegputzte. Jens Eisenschmidt war damals dabei. „Ich habe sogar zwei Buden gegen Beuckert im Tor gemacht“, so der beinharte Mittelfeldmann, der heute die Geschicke des Nordhäuser Badehauses leitet. Eisenschmidt macht der aktuellen Wacker-Generation vor dem Pokalkracher Mut. „An einem besonderen Tag ist alles möglich, wenn die Mauer der Fans hinter dir steht. Da bist du voller Adrenalin. Körperlich darf es durch das Profi-Training keine Unterschiede zwischen einem Zweit- und Viertligisten geben. Es wird auf die Disziplin und die Konzentration vor allem bei Standards ankommen“, so Eisenschmidt, der auch bei den Pokal-Feiertagen gegen 1860 München und den Hamburger SV auf dem Rasen stand.

Doch schon zu DDR-Zeiten gelang Motor Nordhausen die eine oder andere Überraschung. So 1951, als das damalige Spitzen-Team aus Dessau 3:2 bezwungen wurde. Oder 1974, als man Oberligaabsteiger Chemie Leipzig mit 2:0 kalt erwischte. 1985 gewann man das Rückspiel gegen Union Berlin 2:1. Eine haarscharfe Sache, denn nach dem 0:3 im Hinspiel führte Nordhausen gegen den Oberliga-Club schon 2:0. 1989 eliminierte Motor dann mit Sachsenring Zwickau beim 2:0 nach Verlängerung auch einen Großen.

Wacker holte in den 1990er-Jahren dreimal Thüringer Pokal

In Wackers bester Zeit – in den1990er-Jahren – holte der Verein dreimal den Thüringer Pokal, der den Lostopf für den nationalen Cup öffnete. 1992 wurde Wismut Gera 2:1 bezwungen, 1996 hieß es 1:0 und 1997 3:2 gegen Rot-Weiß Erfurt. Als Belohnung kam zuerst der 1. FC Köln. Zwar gab es ein 0:8. Doch die Littbarski, Illgner und Co. machten damals im Albert-Kuntz-Sportpark ein ganz starkes Spiel. Auf Nordhäuser Seite überragte Frank Ludwig. Trainer Jörg Berger erkundigte sich damals nach dem Laufwunder auf der Außenbahn. Als er erfuhr, dass Ludwig fast 32 war, schwand sein Interesse wieder.

Gegen 1860 München ging es vier Jahre später vor 7500 Fans schon spannender zu. Guido Gorges, später Bundesligaspieler bei den Löwen, machte das 1:1 und erst nach Platzverweise gegen Abwehrchef Jens Ludwig kamen die Sechziger mit Schwabel, Bodden, Böhme oder Trares noch zu einem 5:1-Erfolg.

1997 ließ Wacker dann vor 6150 Zuschauern den damals noch großen Hamburger SV wanken. René Kiel glich die Böger-Führung aus. Erst Salihamidzic und Uysal brachten die Gäste mit einem späten Doppelschlag in die zweite Runde.

Dreimal blieb die Sensation aus. Nun folgt der vierte Anlauf.

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