„Grauer Tag“ in Thüringen: FC Carl Zeiss-Abstieg aus 3. Liga besiegelt

Jena.  Es war eigentlich klar, aber wenn es soweit ist, schmerzt es doch. Der FC Carl Zeiss Jena steht als Absteiger aus der dritthöchsten deutschen Profiliga fest.

Teamchef René Klingbeil musste ansehen, wie der FCC trotz des Unentschiedens zum Absteiger wurde

Teamchef René Klingbeil musste ansehen, wie der FCC trotz des Unentschiedens zum Absteiger wurde

Foto: Tino Zippel

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Die endgültige traurige Gewissheit herrschte erst gut eine halbe Stunde nach dem Spielende. Erstmals durften die Profis des FC Carl Zeiss Jena seit dem Wiederbeginn der 3. Fußball-Liga im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld antreten. Und zum ersten Mal kassierten die Thüringer in dieser Saison voller Enttäuschungen kein Gegentor. Ein Grund zur Freude blieb es nicht.

Das 0:0 am Sonntag gegen den KFC Uerdingen reichte nicht, weil danach das 3:3 (2:2) des FSV Zwickau gegen die SpVgg Unterhaching den Abstieg nach schon 32 von 38 Spielen besiegelte. „Ein Tag in Grau in Jena“, kommentierte der Club: „Die Premiere, erstmals zu Null gespielt zu haben, war im Grunde auch der letzte Vorhang.“

Nach drei Jahren wieder Regionalliga

Nach nur drei Jahren muss Jena zurück in die Regionalliga, Viertklassigkeit. Eine Überraschung ist es nicht mehr, die Chance auf Rettung war für die Mannschaft seit einiger Zeit nur noch rechnerischer Natur. Nur vier Siege aus den bisherigen 32 Partien und sieben Unentschieden sind einfach zu wenig, 21 Niederlagen einfach zu viel. Die Torbilanz von 31:69 Treffern spricht Bände.

FC Carl Zeiss zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor

Dennoch wollen sich die Jenaer mit Würde verabschieden. „Man wäre kein guter Sportsmann, wenn man es jetzt schleifen lässt“, betonte Kapitän Aytac Sulu. Dennoch wurde der erste echte Heimauftritt nach der Corona-Zwangspause kein fußballerischer Leckerbissen. „Es war im Großen und Ganzen kein ansehnliches Spiel. Von unserer Seite her war es sehr taktisch geprägt“, meinte Teammanager René Klingbeil.

Seit der Trennung von Rico Schmitt im Februar hat der 39 Jahre alte Berliner vorübergehend das sportliche Sagen bei den Thüringern. Er ist allerdings nur im Besitz einer B-Lizenz, daher soll er in der kommenden Saison wieder als Co-Trainer arbeiten.

Die Planungen haben eh längst für die Zeit nach der 3. Liga begonnen, in die der FCC im Sommer 2017 nach fünf Spielzeiten in der Regionalliga Nordost zurückgekehrt war. Zuvor hatte Jena von 2008 bis 2012 schon mal in der 3. Liga gespielt und gehörte damit zu den Mannschaften der ersten Stunde der 2008 eingeführten dritthöchsten deutschen Profiliga.

Erste FCC-Mannschaft soll deutlich verjüngt werden

In dieser Saison führte der Weg schnell nach unten. Eine 1:2-Niederlage gegen den ehemaligen Bundesligisten FC Ingolstadt zum Auftakt, zwei weitere Pleiten danach, und schon fand sich der FC Carl Zeiss Jena auf dem letzten Platz der Tabelle wieder. War dem Club in der vergangenen Spielzeit am Ende doch noch eine Wende und damit der Klassenverbleib gelungen, schwanden Hoffnung und Chancen diesmal von Woche zu Woche. 18 Punkte sind es nun auf den 16. Platz. Theoretisch noch eine Möglichkeit - wenn der dort liegende FSV Zwickau am vorletzten Spieltag nicht noch den punktgleichen Chemnitzer FC empfangen würde.

Die Jenaer Regionalliga-Mannschaft soll deutlich verjüngt werden, Spieler aus der U21 sollen nachrücken. „Unser Blick muss nach vorn und damit über das Saisonende hinaus gerichtet sein“, hatte Sportdirektor Tobias Werner unlängst erklärt.

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