Dank Retter Kammlott kann Wacker Nordhausen wieder gewinnen

Nordhausen  Nach drei Regionalliga-Niederlagen in Folge bezwingt Nordhausen den BFC 2:1. Unerklärlicher Einbruch nach der Pause

Nur schwer aufzuhalten: Carsten Kammlott (links) enteilt einem Berliner

Nur schwer aufzuhalten: Carsten Kammlott (links) enteilt einem Berliner

Foto: Christoph Keil

Drei Regionalliga-Niederlagen in Folge waren echt genug für Wacker Nordhausen. Gegen den BFC Dynamo reichte es zu einem glücklichen 2:1 (1:0)-Sieg. Wacker, das seit dem Wiederaufstieg in die vierte Liga von neun Matches nur eins verloren hatte, schob sich mit dem Erfolg wieder in Schlagdistanz zu Platz drei. Hertha BSC II liegt nur noch zwei Zähler vor den Nordhäusern, die allerdings im Sommer 2018 noch als Aufsteiger gehandelt worden waren.

Auch der BFC Dynamo war mit höheren Zielen in die Saison gestartet. Die Spitzengruppe war wie in den Jahren zuvor das Ziel, dass inzwischen krachend verpasst worden. Die Truppe von Trainer Matthias Mauksch muss sogar aufpassen nicht noch in den Abstiegsstrudel gezogen werden. Ein 1:4 wie zuletzt zuhause gegen Bischofswerda tut auch 31 Jahre nach dem letzten DDR-Meistertitel dem zehnmaligen Meister mächtig weh.

Zwölftes Saisontor für Kammlott

Die Berliner wollten etwas wieder gutmachen. Erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn rollte der Bus auf den Nordhäuser Hof. Ein Autobahn-Stau hatte die Hauptstädter aufgehalten. So wirkten die BFCer zu Beginn noch etwas unsortiert. Kammlott versuchte sich im Strafraum durchtanken. Brendel nahm ihm den Ball ab und ließ ihn unhaltbar ins eigene Tor prallen. 1:0 (4.). Die Wacker-Fans grienten. So herrschte zunächst mal gute Laune unter den 590 Fans.

Trainer Heiko Scholz hatte Sobotta und Genausch die Einsatzchance in der Offensive gegeben. Pluntke, der im Pokal gegen Jena glänzte, rückte für Müller wieder in die Innenverteidigung. Auch so funktionierte Wacker von Beginn an gut. Nach dem Tor regierte nur der Gastgeber. Allerdings spielte man sich zu wenige Chancen raus. Sobotta haute nach dem besten Wacker-Angriff der ersten Hälfte kläglich drüber. Heidingers 25-Meter-Freistoß wurde von Hendl über die Latte gelenkt. Sein Kollege Glinker musste nur bei Brinkmanns Schuss ernsthaft eingreifen.

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Nach der Pause verpasste Genausch das 2:0 (48.). Eine Träumerei in der Abwehr führte zum Ausgleich durch Schulz (50.). Mickels konterte sofort mit einem starken Schuss (51.). Doch plötzlich kippte das Spiel. Die Berliner hatten begriffen, dass man angreifen muss, um zu punkten. Wacker wackelte nun kräftig in der Defensive. Trainer Scholz fluchte: „Ich werd‘ zum Schwein“. Geschlagene zehn Minuten herrschte im Stadion verärgerte Stille wie auf einem Dorfsportplatz – wenn die Zweite ganz schlecht in der Kreisklasse spielt. Der BFC kam immer wieder gefährlich vor das Tor von Glinker und die Nordhäuser atmeten tief durch.

Am Ende musste es wieder Torjäger Carsten Kammlott richten. Mit seinem zwölften Saisontor riss er seine Kollegen aus der Agonie (83.).

Wacker: Glinker – Heidinger, Esdorf, Pluntke, Göbel – Becker, Sobotta (62. Beil), Ucar (75. Kores), Mickels – Genausch (79. Pichinot), Kammlott.

Schiedsrichter: Albert (Muldenhammer),

Zuschauer.: 590,

Tore: 1:0 Brendel (4./Eigentor), 1:1 Schulz (50.), 2:1 Kammlott (83.).

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