Der FC Carl Zeiss bezwingt Babelsberg mit 2:0

Das Beste am Spiel ist wahrlich das bloße Ergebnis. Der FC Carl Zeiss Jena besiegt den SV Babelsberg 03 unter dessen gütiger Mithilfe mit 2:0.

Torjubler: die Jenaer Andis Shala und Dominik Bock. Foto: Jürgen Scheere.

Torjubler: die Jenaer Andis Shala und Dominik Bock. Foto: Jürgen Scheere.

Foto: zgt

Es war eine Partie, die einer Offenbarung gleichkam. Eine konzept- und ideenlose Jenaer Elf taumelte gestern Nachmittag vor tatsächlich noch 2906 zahlenden Zuschauern drei Punkten entgegen. Aber nach dem Wie fragt bekanntlich schon heute niemand mehr.

Der Kulminationspunkt des Spieles: Einen äußerst harmlosen Freistoß von Marcel Schlosser lässt Gäste-Hüter Marvin Gladrow durch die Handschuhe rutschen, Matthias Peßolat steht dahinter und hält seinen Schlappen hin. Der Ball zittert sich ins Tor. 1:0 für Jena nach etwa einer Stunde.

Bis dahin war es ein Duell auf Augenhöhe - auf niedrigem Niveau. FCC-Übungsleiter Andreas Zimmermann riss das in Berlin noch so prima funktionierende Kollektiv jäh auseinander. Zimmermann, der stets betont, Konstanz aufbauen zu wollen, schickte in sieben Rückrundenspielen sieben verschiedene Startformationen aufs Feld - und gerade, als sich eine Elf gefunden hatte, nahm er wieder drei Änderungen vor. Gramoz Kurtaj durfte für Patrick Milchraum ran. Das Tempo, was das Spiel nicht hatte, hat er noch rausgenommen, bemerkte ein Zuschauer süffisant. Kurtaj machte in der Tat mit ständigen Pirouetten das Spiel langsam; sein Nebenmann Matthias Peßolat glänzte mit einem persönlichen Fehlpassfestival.

Es fehlte diesmal schlicht die Kreativität des Zweitliga-erfahrenen Patrick Milchraum in der Schaltzentrale des Jenaer Spieles. Sören Eismann lieferte eine gerade durchschnittliche Leistung als Rechtsverteidiger ab - warum Florian Giebel überhaupt nach zwei ordentlichen Auftritten weichen musste, ist unverständlich. Eismann holte sich aber wegen Meckerns die fünfte Gelbe Karte ab, Vorteil: Giebel.

Mit einer Entscheidung liegt Zimmermann aber goldrichtig: Dominik Bock. Der Youngster spielt unbekümmert auf, trifft kurz nach der Pause nur das Quergestänge (47.). Das hatten zuvor Kurtaj (2.) für Jena und Heiko Schwarz für Babelsberg (17.) auch getroffen.

Nach 25 Minuten stürmt Marcel Schlosser solo aufs Gästetor zu, um kurz davor abzustoppen und nach einer Drehung zu flanken. Andis Shalas Kopfball landete auf dem Tornetz. Apropos Shala: Der avanciert später zum Unglücksraben im Jenaer Trikot. Nachdem Julian Prochnow den Jenaer Marius Grösch mit einem Tritt in die Wade zu Fall gebracht hat, ist es jener Shala, der zum Elfmeter antritt. Er sei dann "weggerutscht", wie Shala sagt, und die Kugel landet in der Magengrube des Gästetorwartes, der damit seinen Fehler vorm 0:1 wieder gut machte (72.).

Glück für Jena, dass man Bock hat: Denn zum Zeitpunkt des Elfmeters steht es schon 2:0. Dominik Bock ist es gewesen, der nach einem Freistoßball Schlossers und anschließendem Ping-Pong als Erster schaltet und einschießt, 2:0 (67.).

"Wir haben in der zweiten Halbzeit versucht, Ruhe ins Spiel zu bekommen. Wir haben aber das Spiel aus der Hand gegeben, obwohl es nicht notwendig war. Es war mehr drin, als das, was wir gezeigt und zelebriert haben", sagt Gäste-Trainer Cem Efe.

Ja, es ist kein Erfolg, der auf Jenaer Stärke fußt. Es ist ein Sieg, den man der eklatanten Babelsberger Schwäche zu verdanken hat.