Erlösung in 114. Minute: FC Carl Zeiss Jena ist Thüringer Pokalsieger [Update]

Meuselwitz  Der FC Carl Zeiss Jena holt den Thüringen-Pokal. In der Verlängerung setzten sich die Jenaer Fußballer mit 2:1 gegen den aufopferungsvoll kämpfenden ZFC Meuselwitz durch.

Benjamin Boltze (links) und Sebastian Albert (beide ZFC Meuselwitz) nehmen FC Carl Zeiss-Spieler Dusan Crnomut den Ball ab. Foto: Tino Zippel

Benjamin Boltze (links) und Sebastian Albert (beide ZFC Meuselwitz) nehmen FC Carl Zeiss-Spieler Dusan Crnomut den Ball ab. Foto: Tino Zippel

Foto: zgt

FCC-Trainer Volkan Uluc hatte die Situation richtig eingeschätzt. Die Chancen stehen 50:50. Die Zeiten, dass der FC Carl Zeiss als großer Favorit beim ZFC Meuselwitz aufläuft, sind passé, zu wenig Qualität steckt in der Mannschaft. „Das war ein unglaubliches Spiel“, sagte Trainer Uluc.

Der ZFC sei schon so gut wie über die Ziellinie gewesen, „doch wir haben an den Sieg geglaubt und in der Nachspielzeit auf das zweite Tor hingearbeitet. Wir sind heute Thüringens Nummer eins und dafür müssen wir uns nicht schämen.“

120.000 Euro Einnahmen aus TV-Geldern

ZFC-Coach Dietmar Demuth war die Enttäuschung anzusehen. „Das war ein guter Pokalfight. Ich kann meinen Spielern nichts vorwerfen, sie haben alles reingehauen, was sie haben.“

Seine Elf sei verdient in Führung gegangen, „doch wir haben es versäumt, aufs zweite Tor zu gehen, da waren wir vielleicht zu aufgeregt“. Bis in die Nachspielzeit der regulären Spielzeit hielten die aufopferungsvoll kämpfenden Meuselwitzer die 1:0-Führung, die Weinert (20.) gelungen war. Eismann schaffte in der Nachspielzeit den glücklichen Ausgleich für den FC Carl Zeiss und in der zweiten Hälfte der Verlängerung sicherte Wiezik (114.) mit einem Hechtkopfball nach einer schönen Flanke von Schlegel den Jenaer den Pokalsieg und den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals plus 120 000 Euro aus den TV-Geldern.

ZFC Meuselwitz geht in 20. Minute in Führung, Jena bislang ohne eine eigene Chance

Meuselwitz ging in das Pokalfinale, wie man in ein Endspiel gehen muss, bearbeitete die Jenaer, investierte mehr als der FC Carl Zeiss. Die Meuselwitzer wurden für ihren Einsatz belohnt. Nach einer Ecke landete der Ball in Strafraumhöhe bei Weinert, der sofort abzog. Gegen den straffen Schuss ins linke untere Eck war Keeper Koczor machtlos (20.).

In der 37. Minute bewahrte der Jenaer Torwart seine Mannschaft vor einem zweiten Treffer. Crnomut hatte Weinert 16 Meter vor dem Tor gefoult. Boltze nahm Maß, doch Koczor bekam die Fingerspitzen noch an den Ball. Vom Innenpfosten sprang der Ball wieder aufs Feld. 0:1 zur Pause und die Jenaer waren gut bedient, hatten sich keine Torchance erspielt.

Zum Liveticker vom Pokalendspiel zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem ZFC Meuselwitz

Allein die Frage stellte sich: Würden die Meuselwitzer das angeschlagene hohe Tempo halten, die Zweikämpfe weiter so kompromisslos führen können? Die Frage war schnell beantwortet. Mit dem Wechsel zog der FCC das Spiel an sich. Meuselwitz verlegte sich auf Konter. In der 66. Minute stoppte Eckardt (66.) ein Dribbling von Starke nur mit einem Foul. Den Freistoß von Boltze aus 17 Metern konnte Koczor wegboxen. Der FC Carl Zeiss Jena bemüht, doch die großen Chancen blieben noch aus.

Los bewegt euch, macht Druck

Eine Viertelstunde vor dem Ende ging mit Starke der gefährlichste Meuselwitzer Offensivspieler vom Platz. Die Ansage von Trainer Dieter Demuth war eindeutig. Das 1:0 über die Zeit bringen. Es gelang nicht. Zwar spielten die Jenaer weiterhin alles andere als souverän. Torhüter Koczor hielt es nicht aus in seinem Kasten, eilte zur Mittellinie und schubste Eckardt nach vorn. Auch seine Geste war eindeutig. Los bewegt Euch, macht Druck.

Erlösung für den FC Carl Zeiss Jena in der 114. Minute

Und dann war es wie schon in Rudolstadt im Pokal-Halbfinale, dass dem Jenaer Eismann ein wichtiger Treffer gelang. In der Nachspielzeit hielt Eismann drauf, sein erster Schuss aufs Meuselwitzer Tor im Spiel - der Ball zappelte im Netz. Für schlechte Jenaer schien das Pokalfinale doch noch ein gutes Ende zu nehmen. Die Meuselwitzer stehend K.o.

In der Nachspielzeit nur noch Jena im Vorwärtsgang, zudem erhielt der Meuselwitzer Luck (92.) wegen wiederholtem Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Doch es dauerte bis in die zweite Hälfte der Verlängerung, bis die Entscheidung fiel und der FCC den Pokal in die Höhe recken konnte.

OTZ-Interview mit ZFC-Spieler Robert Böhme

OTZ-Interview mit Jenas Torwart Raphael Koczor

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