Hoffnungsschimmer: Heimspiel von Rot-Weiß Erfurt gegen Cottbus findet statt

Erfurt.  Rot-Weiß-Insolvenzverwalter Volker Reinhardt will nach Verhandlungen mit einem neuen Investor den Regionalliga-Spielbetrieb am Montag doch nicht einstellen.

Rettung in Sicht? Insolvenzverwalter Volker Reinhardt.

Rettung in Sicht? Insolvenzverwalter Volker Reinhardt.

Foto: Sascha Fromm

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Am Abend seines 54. Geburtstages gab es für den FC Rot-Weiß Erfurt doch noch einen Hoffnungsschimmer. Wie Insolvenzverwalter Volker Reinhardt mitteilte, hat er am Wochenende mit einem möglichen Investor verhandelt und deshalb entschieden, den Verein am Montag nicht wie angekündigt vom Regionalliga-Spielbetrieb abzumelden.

„Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen, es könnte sich hier aber eine positive Lösung abzeichnen“, sagte Reinhardt. Eine Absichtserklärung in Form eines „Letter of Intent“ liege ihm bereits vor, hieß es in einer Erklärung.

Heimspiel gegen Cottbus findet statt

Eine Entscheidung über den Einstieg des neuen Investors werde sehr kurzfristig fallen, da am 31. Januar die Transferperiode endet. Unabhängig davon hat Reinhardt beschlossen, dass das Heimspiel gegen Energie Cottbus am kommenden Samstag wie geplant stattfinden soll.

Eine Entwicklung, die nicht nur die Mannschaft und Fans, sondern auch Ehrenpräsident Klaus Neumann überrascht hat. Am Sonntagnachmittag hatte er noch wenig Hoffnung auf Hilfe verspürt: „Wo soll denn über Nacht jemand herkommen, der einen Millionenbetrag auf den Tisch legt?“, fragte Neumann und schüttelte fassungslos den Kopf: „Hier geht es ja nicht um Kleingeld, sondern um eine siebenstellige Summe.“ Insgesamt sollen 1,4 Millionen Euro nötig sein, um die Saison abzudecken.

„Als läge ein Familienmitglied im Sterben“

Der Ehrenpräsident, der den Verein 1997 in der ersten Insolvenz gerettet und seitdem immer wieder finanziell geholfen hat, meinte tieftraurig: „Es fühlt sich an, als läge ein Familienmitglied im Sterben.“ Offenbar ist nun aber doch Rettung in Sicht. Eine Möglichkeit, die selbst die Mannschaft nicht mehr in Betracht gezogen hat.

Sämtliche Spieler nutzten den Samstag, um ihre Spinde im Rot-Weiß-Trainingszentrum „Gebreite“ auszuräumen und die Mannschaftskasse aufzulösen. Laut Trainer Robin Krüger herrschte Abschiedsstimmung. Viele Akteure knüpften selbst oder über ihre Berater Kontakte zu möglichen neuen Arbeitgebern. So steht unter anderem Offensivspieler Morten Rüdiger vor der Rückkehr zu Nord-Regionalligist VfB Lübeck.

Auf Initiative von Abwehrchef Pierre Becken hin wollten sich die am Montag noch in Erfurt weilenden Profis am Nachmittag von den Fans verabschieden. Ein entsprechender Aufruf war über die sozialen Netzwerke verfasst worden. Am Abend kam alles anders. Plötzlich scheint Reinhardt, der sich zuvor mit zwei Investoren überworfen hatte und von ihnen verklagt wurde, doch noch eine Lösung gefunden zu haben. Es würde einem Fußball-Wunder gleichkommen.

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