Spielbetrieb akut gefährdet: Nach Streit mit Sponsor kein Dezember-Gehalt beim RWE

Erfurt.  Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt steckt erneut in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Sogar die Fortsetzung des Spielbetriebs ist akut gefährdet.

Beim FC Rot-Weiß Erfurt, welcher seine Heimspiele im Steigerwaldstadion (Foto) austrägt, bahnt sich eine neue Finanzkrise an.

Beim FC Rot-Weiß Erfurt, welcher seine Heimspiele im Steigerwaldstadion (Foto) austrägt, bahnt sich eine neue Finanzkrise an.

Foto: Frank Stelnhorst / Frank Steinhorst-Pressefoto

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Insolvenzverwalter Volker Reinhardt informierte am Morgen die Mannschaft und die Trainer des Viertligisten über die aktuelle Situation. Wie nun offiziell bestätigt wurde, steht die Auszahlung der Dezember-Gehälter aus. Stichtag wäre der 15. Januar gewesen.

Man habe Spieler und Angestellte der FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH in einem persönlichen Gespräch darüber informiert, dass die anstehenden Gehälter derzeit nicht angewiesen werden können, hieß es in einer Erklärung.

Am 11. Oktober des vergangenen Jahres hatte der Verein die Gründung der FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH bekannt gegeben und drei neue Investoren präsentiert. Damit verbunden war die Aussage, dass die laufende Regionalliga-Saison abgesichert sei und man in der kommenden Spielserie sich im oberen Drittel der vierten Liga etablieren wolle.

Nun aber ist es offensichtlich über die Verwendung der Investorengelder zum Streit gekommen. „Mit den Investoren hat der Insolvenzverwalter laut der geschlossenen Verträge vereinbart, dass die eingezahlten Gelder sowohl dazu dienen, die Fortführung des Spielbetriebs abzusichern, als auch die ab dem 1. Januar 2019 entstandenen Verbindlichkeiten des RWE abzutragen. Die vom Hauptinvestor erhobene gegenteilige Behauptung entspricht daher nicht den Tatsachen“, teilte Reinhardt mit und erklärte, man könne die Gehälter nicht zahlen, weil der Hauptinvestor dies verhindere.

Nach dem 9:0-Testspielsieg am Mittwochabend beim Oberligisten Eintracht Northeim war für heute um 10.30 Uhr eine Besprechung der Mannschaft als Auswertung des Tests und ein lockeres Auslaufen angesagt. Dazu kam es aber nicht. Gegen 9 Uhr fand eine Krisensitzung mit dem Insolvenzverwalter statt, dann verließen die Spieler in gedrückter Stimmung das Trainingsgelände. Volker Reinhardt prüft nach eigenen Angaben die Möglichkeit, den Spielbetrieb weiter aufrechterhalten zu können und rechnet damit, in der kommenden Woche ein Ergebnis zu präsentieren.

Der FC Rot-Weiß Erfurt hatte am 14. März 2018 einen Insolvenzantrag gestellt, als der sportliche Abstieg des letzten verbliebenen Gründungsmitglieds der 3. Liga so gut wie sicher feststand. Bis August 2018 hatten 132 Gläubiger ihre Forderungen gestellt. Bei Insolvenzverwalter Volker Reinhardt wurden Verbindlichkeiten von 6,8 Millionen Euro angemeldet.

Um dem Profifußball eine Zukunft zu geben, wurde im vergangenen Herbst die neue GmbH gegründet. Ob der Tabellen-14. der Regionalliga allerdings die Saison wie geplant beenden kann, ist aktuell nicht gesichert. Das nächste Punktspiel ist für Samstag, 1. Februar, gegen Tabellenführer FC Energie Cottbus vorgesehen. Daran aber kann beim FC Rot-Weiß derzeit niemand denken.

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