Nordhäuser Paradoxon: 0:0 war gerecht und glücklich

Potsdam  Wacker Nordhausen bleibt unter Trainer Scholz auch in Babelsberg ungeschlagen. Nun wartet das kleine Derby in Meuselwitz.

Sebastian Heidinger verletzte sich in Babelsberg am Rücken und wurde ausgewechselt.  

Sebastian Heidinger verletzte sich in Babelsberg am Rücken und wurde ausgewechselt.  

Foto: Christoph Keil

Manchmal kann man auch mit einem Punkt zufrieden, so hatte es Heiko Scholz schon vor der Babelsberg-Partie gesagt. In der Pressekonferenz strahlte seine Miene nach dem 0:0 dann auch Zufriedenheit aus. „Das war heute Abend gerecht und glücklich“, beschrieb der Coach das Nordhäuser Paradoxon (scheinbar unsinnige Aussage, die bei genauerer Analyse auf eine höhere Wahrheit hinweist).

Wacker beherrschte über weite Strecken das Spiel. Doch die Torchancen besaß Babelsberg – und was für welche. Als Koch kurz vor Schluss den Innenpfosten trag, da atmeten die Nordhäuser ganz tief durch. Die hohe Qualität der Filmstädter bremste Wackers zuletzt so erfolgreiche Offensive fast komplett aus. Eine hundertprozentige Torchance hatte Nordhausen nicht. Scholz konstatierte das auch, blieb aber bei seiner überwiegend positiven Einschätzung der Leistung seiner Elf.

Wacker reicht Lizenz-Unterlagen für 3. Liga ein

„Wir haben ein sehr gutes Spiel auf taktisch hohem Niveau gesehen. Wir haben ordentlich verteidigt und Nadelstiche gesetzt gegen Babelsberger mit ihrer totalen Moral. Wenn wir die ersten und letzten zehn Minuten wegnehmen, war es in Ordnung, auch wenn heute der letzte Pass immer wieder fehlte. „Babelsberg war eine andere Nummer als Bischofswerda oder Fürstenwalde“, so Scholz mit Blick auf die fünf Großchancen der Gastgeber zu Beginn und am Schluss.

Wacker-Präsident Nico Kleofas erklärte am Rande der Partie, dass Nordhausen trotz des großen Rückstands auf Chemnitz die Lizenzunterlagen für die 3. Liga eingereicht hat. „Das ist unsere Pflicht mit viel Arbeit, auch wenn oben wohl nichts mehr passieren wird.“

Um die Regionalliga Nordost vielleicht doch noch zu retten, sprachen sich Scholz und auch Babelsbergs Trainer Almedin Civa für den Cottbuser Vorschlag künftig mit 22 Teams und fünf Absteigern in der 3. Liga zu spielen. „Doch das liegt nicht in unserer Hand“, so Scholz.

Der nach einem Schlag auf den Rücken verletzte und danach ausgewechselte Sebastian Heidinger wird übrigens aktuell in Leipzig behandelt. Die Truppe bekam Samstag frei und trainierte gestern dann wieder für das kleine Thüringenderby, dass am kommenden Mittwoch (19 Uhr) in Meuselwitz steigen soll.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.