Regionalliga-Manipulationsverdacht: Keine Anfragen an Thüringer Vereine

Erfurt  Der Chinesische Vermarkter, der in den Manipulationsverdacht der Regionalliga involviert sein soll, stand nicht mit Erfurt, Nordhausen oder Meuselwitz in Kontakt.

Die Thüringer Vereine geben in puncto Regionalliga-Manipulationsverdacht Entwarnung. Symbolfoto: Sascha Fromm

Die Thüringer Vereine geben in puncto Regionalliga-Manipulationsverdacht Entwarnung. Symbolfoto: Sascha Fromm

Foto: Sascha Fromm

In den dubiosen Verstrickungen um einen chinesischen Sportvermarkter, der in den Manipulationsverdacht der Regionalliga involviert sein soll, gaben die drei Thüringer Mannschaften Entwarnung. Rot-Weiß-Insolvenzverwalter Volker Reinhardt sowie die Präsidenten Nico Kleofas (Wacker Nordhausen) und Hubert Wolf (ZFC Meuselwitz) erklärten, dass es keine Anfragen oder Verbindungen gegeben habe. „Wir hätten auch wie der Chemnitzer FC reagiert und den Vorfall sofort der Staatsanwaltschaft und dem NOFV gemeldet“, sagte Wolf und bezog sich auf die Vorgänge im benachbarten Sachsen.

Dort war die Staatsanwaltschaft in Chemnitz vom Regionalligisten im Nachhinein über Gespräche mit einer Agentur informiert worden. Auch dies wird inzwischen in Neuruppin untersucht, weil die Behörde dort eine Schwerpunktzuständigkeit bei Korruptionsanzeigen hat. DFB-Präsident Reinhard Grindel begrüßt die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Neuruppin hinsichtlich des Manipulationsverdachts beim Regionalligaspiel zwischen dem SV Babelsberg und Germania Halberstadt sowie die Vorgänge rund um die chinesische Agentur.

Er habe seinerzeit „als Bundestagsabgeordneter dafür gesorgt, dass Spielmanipulationen Straftatbestand werden“, sagte Grindel. „Jetzt können sich auch Staatsanwaltschaften einschalten. Das heißt, die Möglichkeiten hier zu ermitteln, sind ausgeweitet, und das begrüße ich in jedem Fall.“ Über die Gespräche des sächsischen Regionalligisten mit dem chinesischen Vermarkter bzw. deren Inhalte sei er aber nicht unterrichtet, betonte Grindel.

Eine erste Verhandlung vor dem NOFV-Sportgericht fand bereits statt. Wegen eines „hinreichenden Tatverdachts auf eine mögliche Einflussnahme auf das Spielergebnis“ wurde ein Sportgerichtsverfahren gegen Halberstadts Sportlichen Leiter und ehemaligen Trainer, An-dreas Petersen, eingeleitet. Kleofas nimmt den Verband in die Pflicht. „Neben den Insolvenzen ist das nun schon der zweite Einschlag, den unsere Liga erlebt. Hier ist der Verband gefordert und muss auch seine Strukturen überprüfen. Wie ist sowas möglich, welche Schlupflöcher gibt es?“, fragt der besorgte Wacker-Präsident.

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