Wacker Nordhausen wird keinen Umbruch in der Mannschaft vornehmen

Nordhausen  Wacker Nordhausens Sportlicher Leiter Tino Berbig spricht mit uns über vertagte Vertragsverhandlungen, Mathematik und das Siezen.

„Kommunikation ist alles“, sagt Tino Berbig (rechts im Bild mit Trainer Heiko Scholz), Wacker Nordhausens Sportlicher Leiter.

Foto: Sascha Fromm

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„Dicker Pulli“ steht cool auf Tino Berbigs Sweatshirt. „Es ist ja immer noch ganz schön kalt hier“, findet der einstige Torwart von Wacker Nordhausen, Carl Zeiss Jena, Osnabrück und Dynamo Dresden.

Ruhe und ein dickes Fell braucht der 38-jährige Berbig auch in seinem neuen Job als Sportlicher Leiter im Südharz. Berbig steht mit Cheftrainer Heiko Scholz an der sportlichen Spitze von Wacker Nordhausens Regionalliga-Team.

Als Manager sind Sie ein Neuling. Bisher waren Sie nur als Fußballprofi beruflich aktiv. Waren Sie wenigstens gut in Mathematik?

Ha, ich hatte in der Abiturklasse in Jena den Mathe-Leistungskurs belegt. Danach habe ich gleich mit dem Fußball als Beruf angefangen. Als Sportlicher Leiter muss ich jetzt manches neu lernen. Dabei hilft mir vor allem unser Präsident Nico Kleofas und Mannschaftsleiter Michael Ernst beim Organisatorischen. Klar, ich mache auch mal Fehler, lerne aber täglich dazu.

Nun beginnt die heiße Phase bei den Vertragsverhandlungen. Wie wird das neue Wacker-Team aussehen, gibt es, schon etwas zu verkünden?

Wir konzentrieren uns jetzt auf das Erreichen von Platz drei in der Liga und dann auf das Pokalfinale gegen Bad Langensalza. Nach dem 25. Mai werden wir dann finale Gespräche führen und Entscheidungen bekannt geben. Das wissen die Spieler, die das Persönliche bis dahin noch hinten anstellen müssen.

Heißen Sie dann Herr Berbig, wenn Sie mit ihren ehemaligen Kollegen verhandeln?

(Lacht.) Nein, ich lasse mich deshalb nicht Siezen. Das wäre doch wohl ziemlicher Quatsch.

Auf welchen Positionen suchen Sie Verstärkungen?

Dazu will ich hier nicht ins Detail gehen. Aber ich kann allen Fans versprechen, dass wir eine gute Mannschaft im Sommer zusammenhaben werden.

Co-Trainer Peßolat sprach von sechs bis sieben Neuzugängen. Stimmt die Zahl noch?

Das können drei oder auch acht Neue sein. Wir haben im Winter ja keine Spieler geholt, weil wir der aktuellen Truppe vertrauen. Das haben sie ja auch bis auf das 0:5 in Halberstadt gerechtfertigt.

Es wird deshalb bei Wacker im Sommer keinen Umbruch geben. Jeder Spieler, dessen Vertrag ausläuft, hat sich zeigen können und darf das noch drei Wochen bis Saisonende tun.

Bei welchen Spielern läuft der Vertrag aktuell aus?

Das sind Pichinot, Propheter, Ucar, Chaftar, Genausch, Kovac, Medjedovic, Merkel und Torwart Jokanovic.

Kauffmann und Fluß wissen seit dem Winter, dass sie sich umschauen können.

Mit Esdorf und Mickels hatten wir ja vorfristig verlängert, weil sie für uns wichtige Stützen sind.

Zwei Spieler werden bei Wacker am Sonntag beim letzten Heimspiel gegen Rathenow verabschiedet.

Ist Marco „Toni“ Sailer, dessen Karriere sich nach seinem Schienbeinbruch wohl dem Ende neigt, darunter?

Das will ich hier im Interview jetzt noch nicht verkünden.

Felix Müller wird von Rostock umworben. Wacker soll 100.000 Euro gefordert haben. Hansa fand das viel zu viel, weil Müller nicht in einem Leistungszentrum in Erfurt, Jena oder Leipzig ausgebildet wurde. Bleibt Müller nun in Nordhausen?

Felix hat bei uns noch ein Jahr Vertrag, hat sich nach seinem Wechsel aus Meuselwitz hier gut weiterentwickelt. Und warum sollen wir einen talentierten jungen Spieler da an einen Drittligisten verschenken.

Wird Wacker einmal Spieler aus Verträgen rauskaufen?

Wir haben im Verein eine Philosophie. Bis jetzt haben wir keine Spieler gekauft. Das wird wohl auch künftig so bleiben. Wir drehen nicht durch.

Ist es schwierig, gute Spieler auf dem Markt zu finden?

Uns werden jeden Tag Spieler angeboten. Die richtigen raus zu suchen – das ist schwierig. Deutschlandweit sind wir beim Scouting gut abgedeckt.

Auch Ulf Kirsten kennt eine Menge Spieler. Ich bin mit Ulf, mit Heiko Scholz, Rüdiger Hoppe und unserem Präsidenten in ständigem Austausch. Kommunikation ist einfach alles.

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