Wackers Wackel-Abwehr - Nordhausen steckt in der Abwärtsspirale

Auerbach  Nordhausen kassiert mit der 2:5-Pleite in Auerbach den nächsten Rückschlag. Trainer Scholz kündigt Veränderungen an.

Auch Nordhausens US-Amerikaner Lucas Stauffer (links) kann Marcel Schlosser nicht stoppen.

Auch Nordhausens US-Amerikaner Lucas Stauffer (links) kann Marcel Schlosser nicht stoppen.

Foto: Bernd Peter

Sven Köhler ist ein stiller und bescheidener Mensch. Natürlich sei der Sieg seiner Auerbacher mit 5:2 (3:1) gegen Nordhausen zu hoch ausgefallen. „Nach zwanzig Minuten hätte ich nicht gedacht, dass das so ausgeht“, sagte Köhler, der am Tag zuvor noch die unfassbare Schlussphase von Aue gegen Nürnberg (4:3) im Autoradio gehört hatte. „Fußball ist so verrückt und wir waren noch nie so effektiv wie in diesem Spiel“, meinte Köhler, der mit dem VfB wie jedes Jahr um den Klassenerhalt in der Regionalliga kämpft, überglücklich.

Wacker wollte nach zwei Niederlagen unbedingt wieder in die Erfolgsspur und begann auch so. Scholl jagte den Ball zur Führung per Freistoß bereits nach acht Minuten ins Netz. Nach einer halben Stunde hätte es 3:0 stehen müssen, denn auch Pichinot und Mickels tauchten immer wieder brandgefährlich vorn auf. Doch dann zerstörte Auerbach innerhalb von acht Minuten Nordhausens Selbstbewusstsein. Erst Kadric (31.) im Nachsetzen, dann Stock per Kopf (38.) und gleich darauf Zimmermann nach Müllers Blackout (39.). Bei allen drei Treffern der Gastgeber wehrte Wackers Wackel-Abwehr nicht mehr ab. „Wir verteilen Geschenke, und beim Gegner ist jede Torchance drin“, war Trainer Heiko Scholz restlos bedient.

Nach dem Wechsel hätte sich das Blatt für die weiter angreifenden Nordhäuser immer noch wenden können. Doch Mickels und Scholl vergaben den Anschlusstreffer aus besten Positionen. „Da musst du dich zwicken und verstehst du die Fußballwelt nicht mehr“, sagte Scholz. Als dann die aufgerückte Wacker-Elf dann aufgerissen wurde „wie ein Westpaket“ und Pluntke den scharfen Pass vorm einschussbereiten Zimmermann ins eigene Netz lenkte, war die Partie entschieden (59.). Auch das schöne 2:4 von Mickels (61.) half nicht mehr. Im Gegenteil: Schlosser nutzte eine Konterchance, überlief den eingewechselten Heidinger und vollendete eiskalt zum schmerzhaften 2:5 (87.).

Scholz unter Druck: „Wir müssen liefern“

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„Wir kassieren viel zu viele Tore. Unsere Defensive war in der Vorsaison eine der besten der Liga, und jetzt verteilen wir Geschenke. Vor drei Wochen konnte ich losen, wen ich aufstelle, so gut war das Angebot. Jetzt ist es das Gegenteil “, sagte der angefressene Coach.

Die Spieler mussten nach der Pleite Vorwürfe der rund 50 mitgereisten Fans aushalten („Ihr könnt nach Hause laufen“). „Das ist ihr gutes Recht, dass sie sauer sind“, sagte Wackers-Präsident Nico Kleofas. Die Anhänger benahmen sich diesmal übrigens im Gegensatz zur Mannschaft fehlerfrei, feuerten das Team lange an. Lucas Scholl „opferte“ sich schließlich. Nach lautstarker Diskussion wurden auch Argumente ausgetauscht.

Joy-Lance Mickels meinte: „Die Fans fahren weit, um uns zu unterstützen, da müssen wir mehr zeigen. Ich habe alles versucht, bin viel gerannt, habe viel geschossen. Aber das Ergebnis reicht eben nicht. Wir müssen das ganz schnell ändern. Gegen Rathenow haben wir die nächste Möglichkeit dazu.“

Wackers Trainer Scholz bestellte sein Team gestern gleich zum Training ein. Danach schaute er mit seinen Profis den Oberliga-Sieg von Wackers Reserve gegen Hohenstein-Ernstthal (3:2) an. „Es muss und wird Veränderungen geben. Ich werde darüber mit dem Präsidenten reden. So kann es jedenfalls nicht weitergehen“, so Scholz.

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