Fußballtrainer Busse: „Verein ist Herzensangelegenheit für mich geworden“

Dachwig.  Der Coach hat seinen Vertrag beim Thüringenligisten FC An der Fahner Höhe verlängert. Im Interview spricht er über Rot-Weiß Erfurt und die angepeilte Oberliga.

Tobias Busse, Trainer des FC An der Fahner Höhe

Tobias Busse, Trainer des FC An der Fahner Höhe

Foto: René Röder

Am Freitagabend verkündete Fußball-Thüringenligist FC An der Fahner Höhe die frohe Kunde. Der Vertrag mit Trainer Tobias Busse wurde verlängert. Wir sprachen mit dem 39-Jährigen.

Gerüchteweise haben Sie sich für den FC An der Fahner Höhe und unter anderem gegen Ihren langjährigen Ex-Club FC Rot-Weiß Erfurt entschieden. Stimmt das?

Nicht so ganz. Ich habe mich nicht gegen den FC Rot-Weiß entschieden. Ich hatte die Gerüchte auch gehört, aber woher das kam, kann ich nicht sagen. Ich habe jedenfalls keine Anfrage erhalten. Aber es freut mich natürlich, dass ich mit dem Club in Verbindung gebracht werde. Ich beobachte ihn noch genau, aber ein Wechsel stand nicht zur Debatte. Ich habe hier in Dachwig seit zweieinhalb Jahren etwas aufgebaut und bin damit noch nicht am Ende. Das Projekt lasse ich nicht unvollendet.

Um wie viele Jahre haben Sie verlängert?

Schriftlich für ein Jahr. Das machen wir immer so. Der Verein und ich setzen uns Ziele und wir schauen dann gemeinsam, ob wir sie zufriedenstellend erreicht haben.

Was reizt Sie an einem weiteren Engagement?

Vor allem die sportliche Perspektive. Wir haben eine richtig gute Mannschaft beisammen, spielerisch und menschlich. Ich denke, wir haben das Zeug, dass wir auch eine Liga höher bestehen können. Das möchten wir auch gerne beweisen. Zunächst gilt es aber erst einmal, die Verbandsligasaison solide zu beenden und zu zeigen, dass es auch für oben reicht. Ich habe da ein gutes Gefühl und sehe eine Entwicklung. Diese wollen wir zu Ende führen.

Aber auch abseits des Rasens ist der Verein für mich eine Herzensangelegenheit geworden. Alle sind sehr engagiert, das Vereinsleben ist gut, wir haben gemeinsam tolle Momente erlebt.

Der angepeilte Aufstieg in die Oberliga steht durch unterschiedliche Handhabungen der Verbände infrage. Wie gehen Sie und der Verein mit dieser Situation um?

Das wirkt ein bissel chaotisch, was auf der Fußballkarte passiert. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht, ein wenig orientierungslos kommt mir das vor. Wir ziehen aber das Positive daraus und nutzen das Jahr, um uns als Gesamtverein weiterzuentwickeln. Wir finden es nicht so dramatisch, dass die Saison fortgeführt wird. So können wir einzelne Dinge wie Sponsoring noch professioneller gestalten. Der Schritt in die Oberliga ist schon groß. Ihn ein Jahr später zu gehen, wäre für uns kein Weltuntergang.

Durch die schrittweisen Lockerungen der Corona-Regeln ist ein eingeschränktes Training bei einem passenden Hygienekonzept möglich. Haben Sie schon einen Fahrplan vor Augen?

Noch nicht abschließend. Sobald wir wieder etwas machen können, wollen wir natürlich starten. Wir saßen schon mit dem Vorstand zusammen und warten auf das „Okay“ der Kommune. In unserer Sportstätte sollte es gut möglich sein, die Hygienekonzepte umzusetzen. Für uns als Trainerteam gilt es dann, einen guten Plan auszuarbeiten, da klassisches Mannschaftstraining ja noch nicht möglich sein wird. Die Jungs sind auf jeden Fall heiß, endlich wieder auf den Rasen zu können, aber natürlich auch mal wieder etwas gemeinsam machen zu können. Wir wollen das Vereinsleben wieder erwecken.