Geldstrafen nach Krawallen

Bad Frankenhausen.  Sportgericht fällt Urteil nach Fußballspiel zwischen Bad Frankenhausen und Sondershausen

Nicht nur auf dem. sondern auch neben dem Platz gab es Zweikämpfe zwischen Bad Frankenhausen und Sondershausen

Nicht nur auf dem. sondern auch neben dem Platz gab es Zweikämpfe zwischen Bad Frankenhausen und Sondershausen

Foto: Sebastian Fernschild

Das Sportgericht des Thüringer Fußballverbandes hat sein Urteil gefällt: Nach den Vorkommnissen im Derby der Verbandsliga am 5. Oktober (1:0-Sieg für Eintracht Sondershausen gegen Bad Frankenhausen) müssen beide Vereine jeweils 600 Euro Strafe zahlen. Bad Frankenhausen bekam zudem noch eine Strafe von 250 Euro auferlegt, da ein Böller – oder Ähnliches – in Richtung Zuschauerränge geworfen wurde. Eintracht Sondershausen wird die Strafe annehmen. Wie es in Bad Frankenhausen aussieht, ist noch unklar. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Was war passiert? Zwischen den Fanlagern gab es unschöne Szenen und heftige Auseinandersetzungen, bei denen unter anderem eine 79-jährige Frau verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste.

„Wir akzeptieren die Strafe. Auch wenn wir nicht gedacht hätten, dass sie so hoch ist“, sagt Matthias Springer, Sportlicher Leiter von Eintracht Sondershausen. Das Sportgericht hat beide Vereine gleichermaßen bestraft, da der Tathergang nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden konnte und beide Clubs ihre Aktie daran hatten. Wer nun letztendlich angefangen oder die ersten Provokationen erzeugt hatte, sei dem Sportgericht zufolge nicht mehr eindeutig festzustellen gewesen.

„Wir wissen, dass Fans beider Vereine einen Anteil daran hatten. Das ist uns schon klar. Umso mehr wollen wir, dass so etwas nicht noch mal passiert. Von Feindschaften mit Bad Frankenhausen wollen wir gar nicht sprechen. Wenn überhaupt, dann gesunde Rivalität. Mehr aber auch nicht. Und so sind wir uns einig, dass wir vor dem Rückspiel ausgiebig miteinander sprechen werden. Wir sind schon jetzt in der Kommunikation, was für alle nur gewinnbringend sein wird. Auch liegt es uns fern, die Schuld hin- und herzuschieben. Wir sind zwei Mannschaften aus dem Kyffhäuserkreis, die in derselben Liga spielen, da muss man nicht immer einer Meinung sein, aber in der Sache an sich keine zwei Meinungen haben“, sagt Matthias Springer.

Sportliches rückte teilweise in den Hintergrund

Man merkt Springer an, dass er froh ist, dass das Urteil nun gesprochen wurde und die Sache zu den Akten gelegt werden könnte. Alles Weitere obliegt der Ermittlungsarbeit der Polizei. Beide Vereine wurden in den vergangenen Wochen mehrfach mit dem Thema konfrontiert, was das Sportliche teilweise in den Hintergrund rücken ließ. „Nach den vielen Vorkommnissen in der jüngsten Vergangenheit in Fußball-Thüringen greift das Sportgericht nun durch, was auch vollkommen richtig ist. Die Häufung der Übergriffe, ob auf Spieler oder unter den Fans, haben zugenommen – und das muss unterbunden werden“, formuliert Springer deutlich.

Seitens der Bad Frankenhäuser ist man sich noch nicht sicher, ob man die Strafe akzeptiert wird. Präsident Achim Ritter: „Vernünftig wäre es schon, die Strafe zu akzeptieren. Nur kann und will ich das nicht allein entscheiden. Dazu sitzen wir zusammen und stimmen darüber ab. Mehr will ich im Augenblick dazu auch nicht sagen.“ Am Donnerstagabend tagte das Frankenhäuser Gremium und wollte eine Entscheidung finden.

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