Fußballer Fiß: „Menschen vor der eigenen Naivität schützen“

Bad Langensalza.  Martin Fiß, stellvertretender Kapitän des Fußball-Verbandsligisten FSV Preußen Bad Langensalza, spricht über die unfreiwillige Pause.

Martin Fiß (Mitte, in Weiß) vom FSV Preußen Bad Langensalza befürwortet die Absagen von Sportveranstaltungen.

Martin Fiß (Mitte, in Weiß) vom FSV Preußen Bad Langensalza befürwortet die Absagen von Sportveranstaltungen.

Foto: Klaus Dreischerf

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Auch bei Fußball-Verbandsligist FSV Preußen Bad Langensalza ruht derzeit wegen des Coronavirus der Ball. Der stellvertretende Kapitän Martin Fiß, in dieser Spielzeit bislang viermal erfolgreich, nimmt zur aktuellen Situation im Interview Stellung.

Wie sehen Sie persönlich die Situation rund um das Coronavirus und dessen Auswirkungen auf den Sport?

Ich finde es gut, dass das Thema „Corona“ mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden ist, die öffentlichen Stellen sich ihrer Verantwortung bewusst sind und entsprechende Maßnahmen eingeleitet haben.

Glauben Sie, dass viele das Virus anfangs unterschätzt haben oder das noch immer tun?

Viele Menschen haben dieses Thema wohl vor allem anfangs nur belächelt und waren sich offensichtlich nicht im Klaren darüber, dass jeder Familienmitglieder hat, die im Falle einer Ansteckung besonders gefährdet sind.

Halten Sie die konsequenten Maßnahmen, die im Sport, aber auch im Alltag jetzt getroffen werden, daher auch für folgerichtig?

Die konsequente Absage von Sportveranstaltungen halte ich für richtig, um Menschen vor der eigenen Naivität zu schützen. Die großen Sportvereine und -veranstalter haben natürlich wirtschaftliche Interessen, aber die sollten meiner Meinung nach nicht der ausschlaggebende Punkt sein.

Ist die Pause für einen Sportler, auch wenn sie alternativlos ist, nicht dennoch ein bisschen ärgerlich?

Ich halte die Entscheidung für richtig, da der gesundheitliche Aspekt einfach im Vordergrund steht. Eine Durchführung der Saisonspiele ohne Zuschauer bringt keinem etwas.

Haben Sie auch innerhalb der Mannschaft über die Thematik diskutiert?

Natürlich, und jeder hätte lieber auf diese Situation verzichtet, aber wir können es nicht beeinflussen und haben es deshalb auch zu akzeptieren.

Glauben Sie, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann?

Sollte die Aussetzung verlängert werden, kann ich mir nicht vorstellen, wie die Durchführung der Spiele unter fairen Bedingungen gewährleistet werden soll. Aufgrund der langen Fahrtwege kann der Ausfall nicht einfach durch Spiele innerhalb der Woche kompensiert werden.

Und wie soll die Saison bei Abbruch gewertet werden?

Ein Abbruch kann für mich nur eine Saison ohne Wertung zur Folge haben. Die Interessen der einzelnen Vereine sind sehr unterschiedlich. ich glaube nicht, das damit alle leben könnten. Hinsichtlich der Aufstiegsregelung würde es sicherlich zu großen Diskussionen kommen.

Machen Sie sich auch als Privatpersonen Sorgen?

Natürlich mache ich mir Gedanken um die Familie sowie Freunde und wünsche jedem die beste Gesundheit. Ich wollte im Mai heiraten, das soll ein unvergessliches Erlebnis werden. In Anbetracht der derzeitigen Situation bereitet mir die Situation etwas Kopfzerbrechen. Ich hoffe einfach, dass die eingeleiteten Maßnahmen schnell die gewünschten Effekte zeigen werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren