Geschichten vom Schleizer Dreieck: Vollgas zur Jubeltraube

Schleiz.  Beim Rennen 1931 gab es einen Irrtum, der beinahe schwerwiegende Folgen gehabt hätte. Auch sonst gibt es von jenem Lauf einiges zu erzählen.

Die abschließende Zeremonie des Schleizer Dreieckrennens 1931 hätte beinahe in einer Katastrophe geendet. Neben den beiden Ausweispiloten Werner Könitzer (11) aus Pößneck und Friedrich Köhler (51) aus Gera entpuppte sich Ernst Loof (78) als ein Glückspilz des Renntages.

Die abschließende Zeremonie des Schleizer Dreieckrennens 1931 hätte beinahe in einer Katastrophe geendet. Neben den beiden Ausweispiloten Werner Könitzer (11) aus Pößneck und Friedrich Köhler (51) aus Gera entpuppte sich Ernst Loof (78) als ein Glückspilz des Renntages.

Foto: Archiv Jan Müller

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1931 blieb Walter Henne aufgrund eines Defektes auf der Strecke liegen. Nachdem das Rennen und damit auch die Veranstaltung für beendet erklärt war, begann der Motosacoche-Pilot von neuen zu fahren, was beinahe eine mittlere Katastrophe zur Folge gehabt hätte. Im mittlerweile dicht bevölkerten Zielbereich hatten freudestrahlend bereits die einzelnen Klassensieger Aufstellung für die abschließenden Siegerehrungen genommen.

Da zu diesem Zeitpunkt niemand mehr mit einem Nachzügler rechnete und Henne hätte warnen können, näherte sich der Rehauer mit zügigen Tempo der nichts ahnenden Menschenansammlung. Auf den letzten Metern registrierte Henne, dass seine ohnehin schon arg havarierte Maschine auch noch unter einem Bremsdefekt litt. Nahezu ungebremst holperte das nur bedingt manövrierfähige Motorrad über die schwer einzusehende Kuppe nahe dem Palais in Heinrichsruh und strandete inmitten der aufgestellten Motorräder und der versammelten Journalistenmeute.

Ernst Loof im doppelten Glück

Es ist wohl einigen glücklichen Umständen zu verdanken, dass bei dieser Aktion nicht viel passierte. Einzig der Sieger 350 ccm-Klasse, Ernst Loof, hatte danach einige Prellungen zu beklagen. Besagter Ernst Loof wusste an diesem Tag somit ein zweites Mal das Glück auf seiner Seite, denn es war keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass er an dieser Siegerzeremonie teilnehmen konnte.

Der Imperia-Pilot setzte seinen Sieg durch einen beinahe teuren Irrglauben unfreiwillig auf das Spiel. Die letzte Rennrunde wurde den Piloten damals mittels einer Nummernanzeige am Start-und-Ziel signalisiert. Loof interpretierte diese Tafel falsch, wähnte das Rennen als beendet und stieg von seinem Motorrad. Erst nachdem er hektisch auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wurde, setzte der Godesberger das Rennen noch eine Runde fort.

Verpasstes Podium und Pseudo-Beinbruch

Weniger Glück hatte diesbezüglich Sportfreund Kratz. Auch er war der Meinung, die komplette Renndistanz bewältigt zu haben und stellte seine Maschine ab. Erst später erfolgte die Aufklärung. Kratz verschenkte durch diesen Fauxpas einen sicheren dritten Platz in der 1000 ccm-Klasse.

Der schnelle Tom Bullus kam im selben Rennen, nachdem Regen eingesetzt hatte, in Führung liegend zu Sturz. Die Maschine des Engländers touchierte dabei eine Zuschauerin, die direkt am Straßenrand saß. Die Frau war von diesem Vorfall derart erschrocken, dass sie zunächst annahm, beide Beine gebrochen zu haben. Ein herbeigeeilter Arzt konnte nach seiner eingehenden Untersuchung jedoch schnell Entwarnung geben und diagnostizierte bei der emotionalen Dame nur harmlose Hautabschürfungen.

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