Eisenach beschwört Einigkeit

Eisenach  Im Zweitliga-Heimspiel am Samstag gegen Bietigheim sind die ThSV-Handballer nach acht Niederlagen zum Siegen verdammt – wieder einmal.

Zu jubeln gibt es derzeit nicht viel für Daniel Luther und den ThSV, doch der Kapitän will seine Mitspieler morgen wieder mitreißen.

Zu jubeln gibt es derzeit nicht viel für Daniel Luther und den ThSV, doch der Kapitän will seine Mitspieler morgen wieder mitreißen.

Foto: Sascha Fromm

Es war eine Minute nach zwölf, als Gero Schäfer gestern mit ausladendem Schritt durch die Tür trat. Eisenachs Präsident traf damit nicht nur ei-ne für die derzeitige sportliche Situation sehr symbolische Uhrzeit. Für einen winzigen Augenblick schien es, als sei alles zuvor von Trainer und Kapitän Gesagte plötzlich Makulatur geworden.

Schäfer, mit Manager Karsten Wöhler im Schlepptau geradewegs von der turnusmäßigen Gesellschafterversammlung gekommen, kündigte noch im Stehen an, dass es „etwas zu sagen gibt“. Sprach‘s, nahm Platz und hob in der jähen Stille des Raumes zu seinem Statement an. Er beschrieb die „sehr, sehr schwere Situation“, in der der Verein stecke, um gleich den entscheidenden Satz folgen zu lassen: „Wir ziehen alle an einem Strang: Vorstand, Geschäftsführung, Gesellschafter, Trainer, Spieler. Und wir müssen gemeinsam aus dieser Situation herauskommen.“ Punkt.

Der Vereinschef verband es mit der Hoffnung auf eine volle Halle am Sonnabend im Heimspiel gegen die SG Bietigheim. „Wir brauchen eine stimmungsvolle Kulisse, die uns antreibt.“ Trotz des Treueschwurs nahm Schäfer Trainer und Mannschaft in die Pflicht: „Es ist ganz klar, dass sie jetzt gefordert sind. Ausreden zählen nicht mehr.“ Ein Ultimatum gebe es nicht, sagte Schäfer. „Fakt ist aber: Wir brauchen Punkte.“

Auch Christoph Jauernik hatte zuvor die Frage nach einer Frist verneint: „Solche Ansagen gab es an mich nicht.“ Und Eisenachs Trainer fügte hinzu: „Wer könnte mir in der jetzigen Lage mehr Druck machen, als ich selbst?“ Dass es bei 2:16 Punkten natürlich nicht an Kritikern von außen mangele, sei ihm bewusst. Aber wichtig seien für ihn die „entscheidenden Leute, mit denen ich täglich zusammenarbeite“. Und: Noch habe er das Gefühl, dass „etwas rüberkommt bei dem, was man macht“.

Rüberkommen sollen morgen gegen Bietigheim zwei Punkte. Nur die zählen, das weiß Jauernik. Er weiß auch, dass der Angriff, wo der Mannschaft derzeit eine stabile Größe fehlt, deutlich zulegen muss.

„Wir haben keinen, der uns raushaut, also müssen wir es selber tun“, sagte Kapitän Daniel Luther, der nach seinem Achillessehnenriss noch nicht wieder im Vollbesitz der Kräfte ist, aber dennoch versucht, „ neue Impulse“ zu geben. „Uns fehlt der Entfesselungssschlag, der die Köpfe frei macht“, ergänzte der dienstälteste Eisenacher noch. Viel weiter mochte niemand denken. Das einstige Saisonziel ist jedenfalls so weit weg, dass es nicht einmal korrigiert werden muss. Für Jauernik & Co. zählt nur eines: „Wir müssen den Negativlauf stoppen!“

Kommentar: Symptome des Mangels

  • Eisenach – Bietigheim, Sonnabend, 19.30 Uhr Aßmann-Halle (Tickets an der Tageskasse ab 18.15 Uhr)
Eisenach – Bietigheim Sonnabend, 19.30 Uhr Aßmann-Halle (Tickets an der Tageskasse ab 18.15 Uhr)