Eisenacher Zweitliga-Handballer wollen Spitzenreiter stürzen

Eisenach  Die Zweitliga-Handballer des ThSV Eisenach bestreiten vier Heimspiele in Serie. Der Verein sieht das als Chance und Risiko zugleich. Zum Auftakt kommt am Samstag Spitzenreiter ASV Hamm-Westfalen.

Trainer Sead Hasanefendic will mit seiner Mannschaft noch mehr Fans anlocken.

Trainer Sead Hasanefendic will mit seiner Mannschaft noch mehr Fans anlocken.

Foto: Sascha Fromm

Für Sead Hasanefendic als den Chef auf der Bank ist es eine sportliche Reifeprüfung und so etwas wie ein Trainingslager im laufenden Spielbetrieb. Der Geschäftsführer spricht von einem wirtschaftlichen Drahtseilakt, wenn die Zweitliga-Handballer des ThSV Eisenach nun vier Heimspiele in Folge absolvieren müssen.

„Es kostet den Fan ja auch Geld, wenn sie nun statt alle 14 Tage nun vier Spiele in einem Monat präsentiert bekommen. Und auch für unsere 60 freiwilligen Helfer am Spieltag ist es ein enormer Aufwand“, sagt Manager Rene Witte vor dem Duell am Samstag gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer ASV Hamm-Westfalen.

Die ungewöhnliche Ansetzung von vier Heimpartien in Serie war nötig geworden, weil im kommenden März zum geplanten Heimspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau die Eisenacher Werner-Aßmann-Halle fast zwei Wochen wegen des Sommergewinn-Festes belegt und deshalb eine Verlegung um ein paar Tage nicht möglich gewesen ist. „Deshalb blieb uns nur die Chance, in Absprache mit dem Gegner das Heimrecht zu tauschen“, sagt Witte.

Nun will der Verein möglichst viele Zuschauer in die Halle locken und bietet vier Karten zum Preis von drei an. Dieses Angebot ist auch am Samstag noch an der Abendkasse erhältlich, die um 18 Uhr öffnet. Offenbar ist das Interesse groß, das brisante Duell gegen den Spitzenreiter zu erleben. Mit 1200 Tickets – einschließlich der Dauerkarten – waren bis gestern mehr Karten als bei den anderen beiden Heimspielen im gleichen Zeitraum abgesetzt worden.

Mit 5:5 Punkten ist Eisenach als Aufsteiger aus der 3. Liga ziemlich vielversprechend in die Saison gestartet. Sead Hasanefendic denkt nicht daran, dem Spitzenreiter irgendeine Favoritenrolle zuzuschieben. „Warum sollen wir das tun? Schließlich spielen wir in der eigenen Halle“, sagt der Trainer mutig: „Das Spiel gegen Hamm als Mannschaft der Stunde wird zeigen, wo wir wirklich stehen. Aber warum sollen wir nicht dem Spitzenreiter die erste Niederlage beizubringen?“

Dass mit den Begegnungen gegen die Ex-Bundesligisten Essen (5. Oktober/Tabellenplatz 2.), Lübeck-Schwartau (12. Oktober/7.) und Hamburg (19. Oktober/6.) drei weitere Hochkaräter in die Aßmann-Halle kommen, sieht er aus sportlicher Sicht sogar eher positiv. „Wir können uns sieben Tage in der Woche unseren Aufgaben widmen, sitzen nie im Bus und müssen reisen. Ich betrachte das als einen Ausbildungsmonat“, sagt Hasanefendic.

Der 71-Jährige weiß durch all seine Erfahrung, was man mit einem mitreißenden Spiel gegen Tabellenführer Hamm-Westfalen, abgesehen von zwei Punkten, alles erreichen könnte. Dass vielleicht 2000 Zuschauer am Samstag in die Halle kommen, sieht er als Ansporn. „Vielleicht schaffen wir es, dass die Halle im dritten Heimspiel fast voll und im vierten ja ganz voll ist“, sagt Hasanefendic. Ein paar Punkte im Oktober wären auch deshalb ganz gut, weil in der Rückrunde ja dann vier schwere Auswärtsspiele am Stück anstehen.

Eisenach – Hamm-Westfalen, Samstag, 19.30 Uhr, Werner-Aßmann-Halle

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