29:25 gegen Byasen im EHF-Cup - Kein Ruhekissen für Thüringer HC

Nordhausen  Alicia Stolle und die sieben Treffer: Die THC-Rückraumwerferin dreht nach der Pause auf. Das 29:25 gegen Byasen im EHF-Cup bedeutet aber dennoch kein Ruhekissen.

Energisch: Alicia Stolle (r.) lässt sich von Byasens Top-Spielerin Ida Alstad nicht aufhalten. Mit sieben Treffern war sie beste THC-Werferin.

Energisch: Alicia Stolle (r.) lässt sich von Byasens Top-Spielerin Ida Alstad nicht aufhalten. Mit sieben Treffern war sie beste THC-Werferin.

Foto: Sascha Fromm

Wehe, wenn sie in Fahrt kommt. In der ersten Halbzeit hielt sie vor allem die Defensive dicht. Dann aber drehte Alicia Stolle im Angriff auf. Nicht zuletzt dank ihrer sieben Tore in den zweiten 30 Minuten ist der Thüringer HC auf einem guten Weg in die dritte Qualifikationsrunde des EHF-Cups. Mit einem schwer erarbeiteten 29:25 (14:11) im Hinspiel gegen Byasen verschaffte sich der siebenmalige deutsche Meister ein kleines Polster fürs Rückspiel am kommenden Sonntag in Trondheim (18 Uhr). Bereits am Mittwoch ist er um Bundesliga-Punkte in Erfurt ge­gen Buxtehude gefordert (19.30 Uhr).

„Ich denke, wir müssen achtsam sein. Unser Ziel ist auf jeden Fall, nicht auf die vier Tore zu schauen und den Vorsprung zu verwalten, sondern zu gewinnen“, sagte Alicia Stolle mit Blick zum Rückspiel. Die beste THC-Werferin neben Iveta Koresova an diesem Nachmittag trauerte den vergebenen Chancen nach. Allein in den letzten beiden Minuten scheiterten Ina Großmann, Mia Biltoft, sie selbst und Emily Bölk an der norwegischen Torfrau Annick Lipman. „Sie hat einfach immer irgendwie den Fuß oder die Hand noch hingekriegt“, sagte Stolle und mahnte, im Rückspiel die Torhüterin besser auszugucken.

Trotz der Zufriedenheit über den Sieg an sich machte Trainer Herbert Müller den Makel in der Chancenverwertung aus. „Wir haben heute zu viele Chancen liegen lassen. Wir hätten weit über 30 Tore werfen können. Allein durch die Hundertprozentigen, die wir nicht verwertet haben“, merkte er kritisch an.

Bereits im Vorfeld hatte Müller den Fokus auf die Bedeutung des Wettbewerbs gelegt und seine Spielerinnen zur Entschlossenheit aufgefordert, die erste Hürde auf europäischer Handball-Bühne unbedingt nehmen zu wollen. Auch die dritte Qualifikationsrunde noch im November möchte er hinter sich bringen, um im kommenden Jahr in der Gruppenphase gegen die großen Gegner spielen zu können. „Mein Wunsch ist ein Fünf-Tore-Plus“, legte der Trainer die Messlatte für das Hinspiel hoch an. Wohl wissend, dass Byasen seiner Mannschaft das Leben sehr schwer machen kann. Vor allem in Person der Nummer eins im Tor, Annick Lipman, war das den Norwegerinnen schon in Nordhausen gelungen. Entsprechend zufrieden zeigte sich Byasen-Trainer Atle Johansen und sprach von einem sehr guten Spiel seiner Mannschaft.

Der Deckungsverbund um die neue Abwehrchefin Alicia Stolle und einer gut aufgelegten Torhüterin Marie Davidsen verlieh dem THC Sicherheit. Vorn aber fehlte es den Thüringerinnen an Treffsicherheit.

Erst eine doppelte Überzahl gereichte zu einer klareren Führung. Wieder flog Ina Großmann in den Kreis. Zum zweiten Mal korrigierte sie damit einen verworfenen Ball Lydia Jakubisovas, die übers Feld ins leere Tor lediglich den Pfosten getroffen hatte. Über das 8:6 (18.) zogen die Thüringerinnen durch Jakubisovas Doppelschlag von außen und dann im Nachwaschen auf 12:7 davon (24.).

Der THC schien auf Kurs, den Wunsch des Trainers zu erfüllen. Immer wieder aber konnten die Einheimischen klarste Wurfgelegenheiten nicht nutzen und warfen die Torfrau zuweilen berühmt. Im zweiten Durchgang mussten sie sogar fürchten, dass die Trondheimerinnen um ihren Top-Star Ida Alstad (6 Tore) zum Ausgleich kommen.

Allen voran aber Alicia Stolle verhinderte dies. Immer wieder stieß die Linkshänderin im Rückraum in die Lücke und wahrte mit ihren Hieben mehrfach das Vier-Tore-Plus, ehe es noch einmal knapp wurde. Doch wieder traf sie und setzte mit dem 25:23 das Zeichen, um in der Schlussphase im mutigen Sieben-gegen-Sechs noch einmal das Vier-Tore-Plus herauszuarbeiten. Das fünfte Tor aber wollte einfach nicht fallen. Umso mehr heißt es, in Trondheim konzentriert zu sein. „Vier Tore sind im Handball nichts“, betonte Stolle.

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