Europa League: Thüringer HC unterliegt Blomberg-Lippe klar

Bad Langensalza.  Die Handballerinnen vom THC konnten im Hinspiel Blomberg-Lippe beim 27:31 nicht stoppen und müssen um die Teilnahme an der Gruppenphase bangen.

Kerstin Kündig (links) im Zweikampf mit Blombergs Cara Hartstock.

Kerstin Kündig (links) im Zweikampf mit Blombergs Cara Hartstock.

Foto: Sascha Fromm

Um nicht frühzeitig aus der Europa League auszuscheiden, müssen die Handballerinnen des Thüringer HC eine gewaltige Schippe drauflegen. Im Hinspiel um den Einzug in die avisierte Gruppenphase des zweithöchsten europäischen Wettbewerbs kassierten die Frauen um Trainer Herbert Müller am Samstagabend gegen Blomberg-Lippe eine empfindliche 27:31 (14:17)-Niederlage und müssen so im Rückspiel in einer Woche beim Bundesliga-Dritten ein Minus von vier Toren aufholen.

Spielerin des Abends war Malina Marie Michalczyk. Sie traf elf Mal. Als Topwerferinnen beim THC kamen Marketa Jerabkova und Nina Neidhart mit je fünf Treffern zusammen nicht auf das starke Ergebnis der Blomberger Rückraumschützin, die mit ihrer Mannschaft ausgelassen den Auswärtssieg feierte, während die THC-Spielerinnen mit hängenden Köpfen das Feld verließen.

„Wir sind mega enttäuscht“, sagte THC-Trainer Herbert Müller und fand klare Worte nach dem fehlerhaften Vortrag seiner Mannschaft: „Im Prinzip waren wir deckungstechnisch über 60 Minuten und im Angriff in den entscheidenden Phasen zu schlecht, um ein besseres Ergebnis zu erzielen“, sagte er, ohne die Gruppenphase abzuschreiben. Zu Hause mit vier Toren Unterschied zu verlieren, schmälert in seinen Augen die Chancen auf das Weiterkommen erheblich. „Aber wir fahren definitiv nicht chancenlos nach Blomberg. Wir werden alles daran setzen, um diese Runde zu überstehen“, ließ er eine Kampfansage folgen.

Start-2:0 verleiht keine Sicherheit

Dabei besaßen seine Spielerinnen in dem innerdeutschen Duell nicht nur im Alles-oder-Nichts gegen Ende Riesenchancen, das Ergebnis erträglicher zu gestalten, sondern auch den besseren Start. Vor erneut leeren Rängen in der Salzahalle schien sich das Spiel ähnlich entwickeln zu können wie beim 36:28-Sieg um Punkte vor einigen Wochen. Schnell aber schlichen sich Unsicherheiten ins Spiel der Einheimischen ein. Und vor allem bekamen sie zunehmend Probleme. Zu einem mit der offensiv aggressiven Deckung der Gäste und zum anderen damit, die beherzt und schneller angreifenden Nele Franz und Co. zu stoppen. Die Folge: In zehn Minuten hatten die Blombergerinnen nicht nur auf 3:3 ausgeglichen, sondern aus einem 0:2 ein 9:6 gemacht.

Die Wende besaß Wirkung. Auch weil Petra Blazek nun im Tor zumindest ein paar Bälle abwehren konnte, schienen sich die Thüringerinnen zu fangen, ihre Fehlerquote aber blieb unvermindert hoch. Zu hoch, sodass der Zwischenspurt auf 12:13 ein Muster ohne Wert blieb – und die unerschrockenen Gäste sich mit der Einladung zu Tempogegenstößen zur Pause wieder auf drei Tore absetzen konnten.

Langsam und umständlich agierte der Thüringer HC weiter. Das Drama setzte sich fort – und gipfelte in der 42. Minute, die das Dilemma eines zuweilen neben sich stehenden Gastgebers ausdrückte. Einen Ballgewinn verspielte Mariana Lopes sogleich wieder, indem ihr Pass ins Nirgendwo ging – und holte sich zwei Aktionen später noch zwei Minuten ab. Dazwischen machte die herausragende Malina Michalczyk das 23:16, bei dem Nina Neidhart ebenfalls eine Zeitstrafe kassierte.

Kampfgeist reicht nur zu Kosmetik

In doppelter Unterzahl nahm das Schicksal seinen Lauf. Vor allem, weil die Einheimischen reihenweise klare Wurfchancen ausließen und ihr großer Kampfgeist nach einem Sieben-Tore-Rückstand nur zu Kosmetik reichte.

Dass es nicht gelang, Blomberg Beste aufzuhalten, stieß Rückraumspielerin Kerstin Kündig im Nachgang ebenso auf wie die versiebten Hundertprozenter, die sich durch die gesamte Mannschaft zu ziehen schienen. „Jede hatte irgendwie zwei, drei Situationen dabei, in denen man sagen muss, das war dumm so zu handeln“, meinte die Schweizerin, „aber wenn jede von uns, es am Samstag ein bisschen besser macht, sieht es schon anders aus“.