HSV Apolda vergibt Strafwurf in der Schlusssekunde: 28:28 gegen Glauchau

Apolda.  Der Handball-Oberligist HSV Apolda trennt sich im ersten Heimspiel der Saison vom HC Glauchau/Meerane 28:28.

Malte Hansemann (Mitte) biss auf die Zähne, wirkte gegen Glauchau trotz einer Verletzung mit.

Malte Hansemann (Mitte) biss auf die Zähne, wirkte gegen Glauchau trotz einer Verletzung mit.

Foto: Juergen Scheere

Es ist der letzte Ballgewinn – und Patrick Schatz, der Trainer der Handballer des HSV Apolda, nimmt kurzerhand eine Auszeit. Er blickt hoch zur Anzeigetafel, wo ein 28:28 flimmert. Nun aber hat man die Chance zum „Lucky Punch“, wie es Schatz sagt, zum Siegtor gegen einen bärenstarken Aufsteiger vom HC Glauchau-Meerane.

Schatz gibt seinen Jungs den letzten Spielzug vor. Bei 17 Sekunden Restzeit solle man noch sieben, acht Sekunden von der Uhr nehmen, bevor man den finalen Angriff wagt. Dann geht’s weiter – und in der Schlusssirene gibt’s ein Foul und den Pfiff. Das Drama erhält einen zusätzlichen Akt. Slobodan Veselinovic darf von der Siebenmeterlinie werfen – und scheitert am Gästekeeper. Der HSV Apolda holt so nur einen Punkt. Patrick Schatz sieht’s anders: „Wir haben uns als eine Rumpftruppe mit ganz toller Moral das Unentschieden hart erkämpft“.

Stimmt so! Denn der HSV ist wahrhaftig arg vom Verletzungspech gebeutelt. Niklas Seifert ist an diesem Samstagabend in Leipzig geblieben, weil sein DHfK dort ebenfalls eine lange Liste von Verletzten hat. Jan Schindler und Sebastian Triller sind außer Gefecht, Malte Hansemann biss sich mit dickem Fuß trotzdem durch. Beziehe man all diese Umstände mit ein, sei das Remis am Ende doch ein Erfolg.

Glauchaer Vasek Klimt nicht in den Griff bekommen

Besonderen Eindruck habe bei den Gästen, die im vergangenen Sommer erst aufgestiegen sind, deren Nummer 19 Vasek Klimt hinterlassen. „Ein Spieler, der mit seiner Qualität nicht in diese Liga gehört“, sagt Schatz. Man habe den Glauchauer niemals in den Griff bekommen. „Weder mit Manndeckung, noch mit einer 5-1-Defensive“, erläutert der HSV-Coach. Gleich 14 Tore steuert er zum Resultat bei – die Hälfte aller Gästetore also, wenn sich Adam Ries nicht irrt. „Über ihn lief das komplette Spiel. Er wusste zu jeder Situation auch eine Lösung“, sagt Schatz. Gegen Klimt sei an diesem Tage kein Kraut gewachsen gewesen.

Der Spielverlauf habe auch gezeigt, dass man die meiste Zeit tatsächlich nur hinterhergelaufen sei. Zwar sei man immer auf Schlagdistanz gewesen, doch die dünn besetzte Bank und das ständige Hin und Her hätten dann eben irgendwann ihre konditionellen Spuren hinterlassen, die fast in der Heimniederlage gemündet wären. Zwei Minuten vor dem Spielende sei man „klinisch tot“ gewesen, wie es Schatz sagt. Mit zwei Toren Rückstand und schweren Beinen sei es zu diesem Zeitpunkt kaum mehr denkbar gewesen, dass man es noch zum Unentschieden schafft, von der Chance zum Sieg ganz zu schweigen. Insofern sei dieser verworfene Siebenmeter in allerletzter Sekunde freilich tragisch und im ersten Moment auch für alle eine traurige Episode. Doch das ganze Spiel betrachtet, sei der eine Punkt eben auch ein Gewinn.

Im nächsten Heimspiel wieder 200 Zuschauer erlaubt

Einer, der helfen soll, die nächsten Wochen „zu überstehen“, wie es Schatz betont. Er finde es bedauerlich, dass seine Mannschaft, im Sommer mit viel Bedacht zusammengestellt, nun das in der Vorbereitung erarbeitete nicht zeigen könne, weil eine Vielzahl der Akteure verletzt sei. Aber: Jammern werde man nicht, nein, man werde sich nun auf die nächste Partie gegen Oebisfelde präparieren. Dass die nur mit einem Tor Unterschied gegen Bad Blankenburg unterlagen, habe man wohl registriert.

Vielleicht können ja dann am nächsten Samstag die Zuschauer den entscheidenden Schub geben. Stand jetzt dürfen wieder 200 Fans dabei sein. Tickets gibt’s ausschließlich im Vorverkauf. Der steigt am Donnerstag zwischen 19 und 20 Uhr und am Freitag zwischen 18 und 19 Uhr an der Halle in Apolda. Den achten Mann könne man gut gebrauchen, bemerkt Schatz. Hoffentlich klappt’s!