Nordhäuser SV peilt vordere Platzierung an

Nordhausen.  Der Handball-Landesligist startet mit einem Trainerduo in die neue Saison. Im Testspiel gab es gegen Artern eine Niederlage.

Die Nordhäuser mit Maximilian Hund (Nummer 17), Phillip Keil und Lukas Fehling (3) müssen sich im ersten Testspiel Verbandsligist HV Artern mit 24:26 geschlagen geben.

Die Nordhäuser mit Maximilian Hund (Nummer 17), Phillip Keil und Lukas Fehling (3) müssen sich im ersten Testspiel Verbandsligist HV Artern mit 24:26 geschlagen geben.

Foto: Christoph Keil

Er könnte mit seinen 35 Jahren – im August wird er 36 – auch selber noch spielen. Doch künftig will sich Matthias Thiele ganz auf den Trainerposten beim Handball-Landesligisten Nordhäuser SV konzentrieren. „Von außen hat man einen ganz anderen Überblick“, erklärt Thiele. Gemeinsam mit Marcel Effenberger-Kiel, der in den vergangenen beiden Jahren den Posten des Spielertrainers innehatte, wird Rückkehrer Thiele die Nordhäuser Handballer betreuen. Und das, wenn es nach Thiele geht, mit Erfolg. „Unser Ziel ist es, oben mitzuspielen“, erklärt er.

Die besten Teams werden in Play-Off-Duellen um den Aufstieg kämpfen. Thiele will mit seinem Team dann dazugehören. Die Grundlagen, um am Ende einen möglichst langen Atem zu haben, legen die Nordhäuser momentan. Zuletzt sei die Intensität in den Einheiten „deutlich nach oben geschraubt worden“, berichtet Thiele. Kraft und Kondition stehen derzeit im Mittelpunkt, der spielerische und taktische Feinschliff soll später folgen. „Wir haben ja auch noch ein bisschen Zeit“, sagt Thiele, der zehn Jahre lang als Akteur das Nordhäuser Trikot trug und anschließend als spielender Coach fungierte, bis er berufsbedingt kürzertreten musste.

Körperlichen Grundlagen festigen

Nun leitet Thiele gemeinsam mit Effenberger-Kiel, einst in der Oberliga Niedersachsen für den TV Jahn Duderstadt am Ball, die sportlichen Geschicke. Zunächst geht es darum, die körperlichen Grundlagen nach der langen Corona-Pause wieder zu festigen. Immerhin standen während der knapp viermonatigen coronabedingten Pause keine Partien oder Einheiten an. Trainingspläne gab es keine. „Man merkt schon, dass der eine etwas mehr und der andere etwas weniger gemacht hat“, hat Thiele ausgemacht.

Personell haben sich beim Landesligisten einige Änderungen ergeben. Mit Torwart Christoph Keil ist ein alter Bekannter zwischen die Pfosten zurückgekehrt. Der gebürtige Nordhäuser und Sportwissenschaftler durchlief 13 Jahre lang alle Nachwuchsabteilungen des Vereins. „Für mich ist es, als wenn ich nach Hause zurückkomme“, erklärt Keil, der an der Göttinger Georg-August-Universität sein Masterstudium im Bereich Lehramt absolviert.

Dass sich Keil nach eigener Aussage „sehr fit“ fühlt, ist kein Wunder. „Zuletzt bin ich jeden zweiten Tag einen Halbmarathon gelaufen“, berichtet er. Was jetzt noch zu verbessern ist, ist die Abstimmung mit den Teamkollegen sowie die Feinjustierung. „Ungefähr 1000 Würfe“ würden aktuell noch fehlen, gibt Keil zu: „Aber wir haben ja auch noch acht Wochen Zeit.“

Seeger und Andrä legen Pause ein

Mit Ricardo Seeger und Finn Andrä werden den Nordhäusern aber auch zwei Spieler in der anstehenden neuen Runde nicht mehr zur Verfügung stehen. Beide legen aus beruflichen und privaten Gründen eine Pause ein. Insgesamt stehen Thiele im Idealfall 18 Männer zur Verfügung. „Wir haben einen guten und ausgeglichenen Kader“, verspricht sich Thiele einiges an Potenzial für die neue Saison.

Im Testspiel-Aufgalopp gegen den Verbandsligisten aus Artern ging es für die Nordhäuser vor allem darum, nach anstrengenden Trainingseinheiten in den Tagen zuvor den inneren Schweinehund zu überwinden und auf die Zähne zu beißen. Noch am Vormittag hatte Thiele seine Crew zu einer Übungseinheit gebeten. „Die Jungs haben im Training gut mitgezogen und in den letzten eineinhalb Wochen richtige konditionelle Sprünge gemacht“, lobte Thiele. Dass am Ende nach dreimal zwanzig Minuten Spielzeit eine 24:26-Niederlage zu Buche stand, war für Thiele und Effenberger-Kiel nicht maßgeblich.

Defensive kaum trainiert

Nach den ersten 20 Minuten lagen die Nordhäuser mit 4:6 zurück. Im finalen Abschnitt übernahm das klassenhöhere Team zwischenzeitlich knapp die Führung, musste sich am Ende aber Artern beugen. „Die Abstimmung hat nicht immer gepasst, da ist noch Luft nach oben. Im Rückraum haben wir mit vielen jungen Leuten gespielt, da hat ab und an noch ein wenig die Ruhe gefehlt“, hatte Thiele erkannt. Mit der Abwehr zeigte sich der Nordhäuser Trainer aber zufrieden: „Die Defensive haben wir bisher kaum trainiert. Aber das hat mir schon gut gefallen.“

Nach einer einwöchigen Pause stehen im August weitere Testpartien an. Erst am 10. Oktober wird es für die Nordhäuser erstmals in der Meisterschaft ernst. Dann geht es zum Auftakt zur HSG Werratal II.