Rückraumspielerin Nieuwenweg verlässt Thüringer HC

Bad Langensalza.  Der Handball-Bundesligist und die Niederländerin haben den Vertrag aufgelöst. Die 24-Jährige wechselt zum Liga-Rivalen Neckarsulm.

Anouk Nieuwenweg wechselt vom Thüringer HC zum Bundesliga-Konkurrenten Neckarsulm.

Anouk Nieuwenweg wechselt vom Thüringer HC zum Bundesliga-Konkurrenten Neckarsulm.

Foto: Sascha Fromm

Der spezielle Hallenboden für das Fernsehspiel in der Salzahalle ist bereits verlegt. Anouk Nieuwenweg wird am Freitag vor der von Eurosport live übertragenen Partie gegen Leverkusen (19.30 Uhr) aber nicht mehr mit den THC-Handballerinnen darauf einlaufen. Wie der Verein am Donnerstag informierte, verlässt die Niederländerin den Thüringer HC wieder. Der Vertrag wurde im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst. Wahrscheinlich ist, dass die 24-Jährige am Samstag im Duell gegen Buchholz-Rosengarten bereits das Trikot der Neckarsulmer Sport-Union trägt, zu der sie wechselt.

Die im Sommer von Chambray Touraine Handball zum THC gekommene Niederländerin hatte einen schweren Stand, sich im rechten Rückraum einen Platz zu erkämpfen. Es blieb bei Kurzeinsätzen wie zuletzt im Europa-League-Rückspiel gegen Watzgersdorf, (42:21), bei dem sie zwei Treffer erzielte. „Sie hat sich mehr Spielanteile erhofft. Die konnten wir ihr aber im Moment nicht einräumen“, sagte Trainer Helfried Müller.

Thüringer HC plant keinen Ersatz im rechten Rückraum

Nieuwenweg war im THC-Team die einzige Linkshänderin für den rechten Rückraum. Dass der Verein aktiv wird und auf der Position Ersatz sucht, schloss Müller indes aus. „Es wäre fahrlässig, im Moment darüber nachzudenken“, spielte er auf die angespannte Situation durch Corona an. Sportlich scheint dazu auch kein Anlass dazu zu bestehen. Ihre Vielseitigkeit spielte Kerstin Kündig oft auf der rechten Halbposition aus, wenn Marketa Jerabkova die Fäden in der Mitte knüpfte. Auch Mariana Lopes sorgte für Gefahr auf halbrechts und zuletzt ebenso Asli Iskit, die dort gegen Watzgersdorf begann.

Ein druckvolles Spiel soll auch morgen dazu beitragen, um gegen Leverkusen erfolgreich zu bestehen. Emma Ekenman-Fernis wird dabei wieder mithelfen können. Die schwedische Rechtsaußen trainierte nach ihrer Sprunggelenksverletzung schon wieder und steht am Freitag im Aufgebot.

Keine guten Erinnerungen an Fernsehübertragung

Bayer Leverkusen besitzt auch im Frauen-Handball Klang: Elfmaliger deutscher Meister, Spitzenreiter der ewigen Bundesliga-Tabelle. Und es ist ein Klub, der den THC im vergangenen Jahr mit einem 34:25 im Mark traf. Selten hat es eine Mannschaft in der Vergangenheit geschafft, den siebenmaligen Meister derart

klar zu distanzieren wie die Werkselfen an jenem 31. Januar 2020. Und das live vor den Kameras von Eurosport, die nun neun Monate später in der Salzahalle wieder das Geschehen zwischen beiden Teams in den Fokus nehmen.

Für Helfried Müller ist Leverkusen so etwas wie die Mannschaft der Stunde. Er verschwendet indes keinen Gedanken an die empfindliche Niederlage der ohnehin nicht nach Wunsch verlaufenen Vorsaison. Neues Spieljahr, neue Mannschaft, neue Ausgangslage – allein das verbiete einen Quervergleich, weshalb es für den THC-Trainer auch keine offene Rechnung zu begleichen gäbe. Sehr wohl aber gäbe es eine Serie fortzusetzen. „Wollen wir weiter im Konzert der Großen mitspielen, müssen wir unsere Heimspiele gewinnen“, sagte er in der Hoffnung, den Angriffen der selbstbewusst anreisenden Gäste standzuhalten und selbst viel Druck auf die gute Bayer-Abwehr auszuüben.

Lediglich 97 Gegentore ließen die Frauen um Svenja Huber in fünf Spielen zu. Die Kapitänin und einstige THC-Rechtsaußen freut sich besonders auf ihre Rückkehr in die Salzahalle. „Ich bin unglaublich dankbar, dass ich ein Teil des THC sein durfte“, sagte sie mit Blick auf die drei Spielzeiten bei den Thüringern. Dass sie gern Zählbares für ihr Leverkusener Team mitnehmen wollte, versteht sich allerdings.