Neue Saison: Handballerinnen des Thüringer HC im ersten Fitnesstest

Erfurt.  In der Vorbereitung auf die Bundesligasaison muss Trainer Herbert Müller acht neue Spielerinnen integrieren. Die Türkin Asli Iskit sitzt noch in Izmir auf gepackten Koffern.

Beim EHF-Cup-Spiel zwischen dem THC und Kastamonu gab Asli Iskit (l./gegen Alicia Stolle) schon Kostproben ihres Könnens ab.

Beim EHF-Cup-Spiel zwischen dem THC und Kastamonu gab Asli Iskit (l./gegen Alicia Stolle) schon Kostproben ihres Könnens ab.

Foto: Christoph Keil

In der Diskussion um die Sieben-gegen-Sechs-Regel spricht sich Herbert Müller für deren Beibehaltung aus. „Die neue Regel hat den Handball vielleicht nicht attraktiver, aber anders gemacht“, sagte der THC-Coach angesichts der jüngst angestoßenen Debatte. Die Mehrheit der 39 befragten Top-Trainern fordert darin die Abschaffung der 2016 eingeführten Regel.

Müller praktiziert mit dem THC gern das Überzahlspiel und feilt mit Bruder Helfried ständig daran. „Das Sieben-gegen-Sechs ist ein sehr gutes taktisches Mittel, gerade auch für Mannschaften, die nicht die Möglichkeiten haben, zwanzig Top-Spielerinnen verpflichten zu können“, meint er. Es sei zwar immer ein Ritt auf der Rasierklinge wegen der Gegentor-Gefahr. Schwächere Teams hätten aber damit die Chance, gegen bessere etwas erreichen zu können. „Oder wollen wir, dass auch im Handball die Schere soweit auseinandergeht wie im Fußball?“, fragt Herbert Müller.

Das Thema berührt die THC-Trainer derzeit aber nur am Rande. Sie beschäftigen sich vor allem damit, ihr Team auf die neue Saison vorzubereiten. Intervall-Läufe standen Mittwochnachmittag an. Zwölf Mal 100 Meter jeweils unter 20 Sekunden - und das ganze dreimal.

Corona-Tests fielen allesamt negativ aus

Alle hätten etwas während der Pause für die Fitness getan. „Aber man merkt, dass sie drei, vier Monate kein ordentliches Training hatten“, sagte Herbert Müller. Vor allem für handballspezifische Übungen wünschte er sich mehr Zeit. „Wir haben acht Neue zu integrieren“, meint er ohnehin mit Blick auf die neue Team-Zusammenstellung.

Die Corona-Tests zu Beginn der sportmedizinischen Untersuchungen fielen alle negativ aus. Komplett ist die Truppe allerdings noch nicht. In der Erwartung, dass die Botschaft in Ankara am 1. Juli wieder die Arbeit aufnehmen werde, war der THC ausgegangen, dass Asli Iskit zum Vorbereitungsstart in Erfurt ist. Durch die eingeschränkte Tätigkeit der Vertretung aber wartet die Türkin auf das Visum. Sie sitzt in Izmir auf gepackten Koffern.

Mariana Lopes und Marie Davidsen können zudem erst später voll ins Programm einsteigen. Die Portugiesin brachte eine Oberschenkel-Zerrung mit, die norwegische Torhüterin hatte sich das Knie verdreht. Umso mehr heißt es für die THC-Trainer zu improvisieren, was die Trainingssteuerung in der neunwöchigen Aufbauphase angeht. Jede Belastung will wohl dosiert sein. „Alles ist ein bisschen anders in diesem Jahr“, meint Müller.

Dass der Fahrplan der Testspiele noch nicht steht, fügt sich da mit ein. Reagieren und notfalls anpassen ist alles in der Corona-Zeit. Welches Team der THC zu einem Vergleich empfangen könnte, kann Müller derzeit noch nicht sagen. Fest geplant sind Duelle mit Most. Vom 14. bis 16. August wollen die Thüringerinnen beim Turnier der Tschechen teilnehmen. Am 8. und 9. August sind weitere Testspiele gegen Most geplant. Je nach Lage in Erfurt oder in Böhmen.

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