Heute hier, morgen dort: ThSV Eisenach hat elf Spiele in sechs Wochen

Eisenach.  Mit der Auswärtspartie in Hamm startet Handball-Zweitligist ThSV Eisenach in einen intensiven Jahresendspurt.

Markus Krauthoff-Murfuni, Trainer des ThSV Eisenach.

Markus Krauthoff-Murfuni, Trainer des ThSV Eisenach.

Foto: sportfotoeisenach

Von Spiel zu Spiel denken. Selten stimmte die alte Phrase so sehr wie in diesen Tagen. Darum betonte Markus Krauthoff-Murfuni den Satz mit einigem Recht. „Was am Wochenende ist, weiß man heute nicht. Und man weiß es auch morgen nicht“, sagte Eisenachs Trainer mit Blick auf die coronabedingten Risiken und Nebenwirkungen des gegenwärtigen Sports.

Noch sind die Wartburgstädter nicht betroffen und können die Reise nach Hamm am Samstag mit komplettem Personal planen. Denn das ist die gute Nachricht: die von den Auswahleinsätzen mit Österreich bzw. dem Kosovo heimgekehrten Thomas Eichberger und Armend Alaj müssen nicht in Quarantäne, beide wurden negativ getestet.

Saul: „Sind auf aufsteigenden Ast“

Die Wunden, die die Eisenacher in der zweiwöchigen Spielpause zu lecken hatten, waren eher psychischer Natur. Nach der Enttäuschung der Heimniederlage gegen Hüttenberg hatte Krauthoff-Murfuni ein veritables Stimmungstief ausgemacht, aus dem sich die Mannschaft aber inzwischen befreit habe. „Wir hatten es selbst verbockt“ räumte Alexander Saul ein, blickte dann aber lieber nach vorn: „Wir sind auf dem aufsteigenden Ast.“

In Hamm wartet auf den ThSV zum Auftakt einer englischen Woche – am Mittwoch kommt Emsdetten mit vier Ex-Eisenachern – und eines Jahresendspurts mit elf Spielen bis Silvester gleichwohl eine echte Reifeprüfung. Mit vier Siegen waren die Westfalen in die Saison gestartet, ehe die Ambitionen des ASV mit der Niederlage gegen Dessau einen Dämpfer erhielten.

Kritik an Chancenverwertung

Starke Abwehr, starker Innenblock, schnelles Spiel nach vorn. So beschreibt Eisenachs Trainer die Qualitäten des Gegners – und fordert im Umkehrschluss von seiner Mannschaft kontrollierte Angriffe, um nicht ins Kontermesser zu laufen. Gleich ein rundes halbes Dutzend vergebener Hundertprozentiger hatte Krauthoff-Murfuni beim mehrmaligen Studium des Hüttenberg-Videos gezählt – zuviel, wie er befand. Immerhin kehrt Daniel Dicker nach seiner auskurierten Fußverletzung aufs Parkett zurück. Der Österreicher, zuverlässig in der Deckung, wartet freilich noch auf seine Initialzündung – nach drei Spielen steht er mit zwei Treffern am Ende der internen Torschützenliste.

Doch in Hamm, dem ersten Punktspiel ohne Zuschauer, könne man „frei aufspielen“, wie Kapitän Saul anmerkte. Auch der Trainer spricht von einem der berühmten „einfachen Spiele“ – eben weil man nichts zu verlieren habe. Noch ein alter Satz. Und ja, auch er stimmt.

Hamm – Eisenach, Samstag 19.15 Uhr, www.sportdeutschland.tv