„Ich möchte meinem Heimatverein etwas zurückgeben“

Erfurt  Interview der Woche Tischtennisspieler Sebastian Carl wechselt vom Oberligisten Sponeta Erfurt zum SV Sömmerda

Will sportlich kürzer treten: Sebastian Carl war viele Jahre Leistungsträger beim TTZ Sponeta Erfurt. Aufgrund von Knieproblemen spielt er künftig nur noch 2. Bezirksliga statt Oberliga – bei seinem Heimatverein SV Sömmerda.Archiv-

Will sportlich kürzer treten: Sebastian Carl war viele Jahre Leistungsträger beim TTZ Sponeta Erfurt. Aufgrund von Knieproblemen spielt er künftig nur noch 2. Bezirksliga statt Oberliga – bei seinem Heimatverein SV Sömmerda.Archiv-

Foto: Marco Schmidt

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Über mehrere Jahre war Sebastian Carl Leistungsträger beim TTZ Sponeta Erfurt, spielte in der Regional- und Oberliga. Zur neuen Saison wechselt der 25-Jährige jedoch zu seinem Heimatverein SV Sömmerda, um ein neues Kapitel aufzuschlagen – privat und sportlich.

Von der Oberliga in die 2. Bezirksliga: Ist das nicht ein Rückschritt?

Ja, aber ein gewollter, weil ich einfach meine Prioritäten nicht mehr nur auf den Sport lege. Ich komme zwar in ein sportlich komplett anderes Umfeld, freue mich aber darauf. Ich möchte Spaß haben in einem Umfeld, das ich kenne. Das ist mir sehr wichtig.

Hauptgrund für ihren Wechsel sind gesundheitliche Probleme mit dem Knie. Was genau belastet Sie?

Damit habe ich seit der Regionalliga-Saison zu kämpfen. In meinem Knie gibt es durch die Belastung beginnende Knorpelschäden und einen gutartigen Tumor. Den könnte man entfernen, allerdings ist es unsicher, ob er nicht doch dort wiederkommt. Das alles kommt durch die falsche Belastung beim Tischtennis und gab mir den ersten Denkanstoß, etwas kürzer zu treten. Ich möchte auch mit 40 oder 50 Jahren noch beschwerdefrei laufen können – und es ist ja auch nicht so, dass wir mit dem Tischtennis Geld verdienen.

Herrscht keine Wehmut, mit 25 Jahren dem semiprofessionellem Tischtennis „Auf Wiedersehen“ zu sagen?

Ja, definitiv schon. Aber weniger wegen des Tischtennis an sich, sondern aufgrund des Drumherums. Es war schön, mit den Jungs durch die Republik zu reisen und dabei tolle Geschichten zu erleben.

Sie gehen zurück zu Ihrem Heimatverein SV Sömmerda. Eine, wie Sie schon betonten, Herzensangelegenheit.

Genau. Ich habe am 1. Januar 2000 in Sömmerda angefangen und bin dort groß geworden. Bis zum 18. Lebensjahr habe ich meine Jugend dort verbracht und möchte jetzt wieder mit den Kumpels von damals zusammenspielen. Es war immer klar, dass ich irgendwann den Weg zurückgehen würde. Ich könnte auch in Erfurt in dieser Liga spielen, doch das war für mich keine Option. Durch meinen Wechsel gebe ich dem Verein etwas zurück, von dem ich so viel gelernt habe.

Sömmerda spielte früher auch höherklassig in der Thüringenliga. Dorthin soll es wohl perspektivisch die nächsten Jahre wieder gehen?

Nein. Wir haben uns als Ziel gesteckt, maximal einmal aufzusteigen und in der 1. Bezirksliga zu starten. So weit der Plan, Stand jetzt. Die Konstellation ist jetzt komplett anders. Viele haben Frau und Kind, ich bin beruflich eingespannt. In der Bezirksliga können wir das ideal verbinden und müssen nicht so weit reisen. So haben wir ein entspanntes Wochenende.

Sie haben neben dem klassischen Tischtennis auch Clickball für sich entdeckt, eine Art Urform des Sports. Sind Sie beim Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft am 15./16. Juni in Fulda am Start?

Nein, weil es nicht nur die gleiche Belastung ist, sondern man sich sogar noch mehr bewegen muss. Ich muss mich vor mir selbst schützen und in den Körper reinhören. Außerdem möchte ich mich nicht so halb durchschlängeln. Wenn ich einen Entschluss getroffen habe, ziehe ich ihn durch.

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