Science City Jena schlägt Bayer Leverkusen souverän mit 95:68

Jena.  Basketball Pro A: Science City Jena lässt beim 95:68 (52:27)-Heimsieg den Bayer Giants aus Leverkusen keine Chance.

Brad Loesing (links) lässt sich von der Bayer-Defense um Nino Celebic und Eddy Edigin nicht beeindrucken.

Brad Loesing (links) lässt sich von der Bayer-Defense um Nino Celebic und Eddy Edigin nicht beeindrucken.

Foto: Peter Poser

Da sitzen sie nach dem Spiel zusammen an der Bande und plauschen. Jenas Julius Wolf und Bayers Marian Schick kennen sich lang und gut. Zu den vergangenen 40 Minuten Basketball dürften sie sich relativ einig sein. Ein Team setzte den Spielplan ideal um, das andere nicht.

„Wir kamen von Beginn an nicht mit Jenas physischer Art des Spielens zurecht. Und wenn dann bei uns die Wurfquote nicht stimmt, kann man in Jena schon mal auf den Arsch bekommen“, sagt der 2,01 Meter Power Forward der Gäste. Sein ebenso großer Freund im weißen Shirt schweigt währenddessen, kann sich das eine oder andere Grinsen jedoch nicht verkneifen. Mit einem zu keiner Phase gefährdeten 95:68 (34:10; 52:27; 77:51)-Erfolg war Science City Jena (SCJ) an diesem Tag eine Nummer zu groß für die Bayer Giants aus Leverkusen.

Ausschlaggebend für den neunten Saisonerfolg war ein erstes Viertel, in welchem so ziemlich alles lief für die Hausherren. Herrera, zweimal Leon, Vest: schnell führte SCJ mit 10:0 und ließ den deutschen Rekordmeister (immerhin 14 Titel sind weiterhin nationale Spitze) nie ins Spiel kommen. Beinahe jeder Wurf saß zu Beginn bei Jena. Grundstein dafür war eine fokussierte Verteidigung mit dem stark agierenden Duo Mackeldanz/Wolf sowie das variable Angriffsspiel.

Jena in jedem Viertel vorn

Symptomatisch für die verzweifelten Leverkusener: ein frühes, technisches Foul an deren 2,16 Meter Hünen Dennis Heinzmann. Der Frust musste raus. Doch dies beeindruckte Jena wenig. 24 Punkte Vorsprung nach dem ersten Viertel – ein Brett. Doch anders als schon häufiger erlebt in dieser Saison, haute Jena diesmal keine Bremse rein. Das Team machte konzentriert weiter, sah auch Center Oliver Mackeldanz: „Es war heute ein absolutes Teamspiel. Jeder bekam zwischendurch Pausen, alle konnten etwas beitragen. Dass wir nach dem ersten Viertel so gut weitergemacht haben, war ein wichtiges Ausrufezeichen.“

Nur anfangs des zweiten Viertels erhöhte Bayer den Druck. Eine Auszeit von SCJ-Trainer Frank Menz und die sehr gut aufgelegten 1878 Zuschauer brachten Jena zurück in die Spur. Fast immer wurde der besser platzierte Spieler gefunden, dazu kamen gut vorgetragene Tempogegenstöße. Auch wenn im Basketball vieles möglich ist – die 25 Punkte Rückstand zur Halbzeit waren heute zu viel für die Gäste, bei denen am Ende lediglich 5 von 23 Drei-Punkt-Würfen das Ziel fanden. Bei Jena waren es hingegen 13 von 28, was eine Quote von 46 Prozent bedeutete.

Ausrufezeichen für die kommenden Spiele

Die zweite Halbzeit verwaltete Jena im Stile eines Play-off-Teams, selbst wenn die 100 wie bereits gegen Paderborn erneut nicht fallen wollte. SCJ kontrollierte jedoch den Spielstand, konnte auch die Viertel drei und vier mit jeweils einem Punkt Vorsprung für sich entscheiden und versuchte sich im Schlussabschnitt bei dem einen oder anderen spektakulären Dunking-Versuch.

In einem Spiel, in dem nach Trainer Frank Menz das Team herauszuheben sei, waren Joschka Ferner mit 15, sowie Justin Leon und Matthew Vest mit jeweils 13 Punkten die besten Werfer. Bradley Loesing gelang zudem mit 12 Punkten und 11 Assists ein Double-Double. Bei Leverkusen punkteten lediglich Nicholas Hornsby (14) und Colter Lasher (12) zweistellig.

„Heute konnten wir zeigen, dass wir da oben hingehören“, lautet die Kampfansage von Oliver Mackeldanz vor den schweren Spielen daheim gegen Tübingen (23. November) und auswärts in Chemnitz (8. Dezember). Jena ist auf Kurs, Bayer kann mit einer aktuellen Bilanz von 7 zu 4 weiterhin von einem gelungenen Saisonverlauf sprechen. Und somit plauschen sie weiter, die beiden Zwei-Meter-Männer an der Bande.

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