Basketball Science City Jena

Jenaer Basketballkrimi mit glücklichem Ende

Jena.  Mit 103:101 (51:47; 90:90) nach Verlängerung siegt Science City Jena gegen tapfer kämpfende Gäste aus Hagen

Kampf unterm Korb zwischen Justin Leon (rechts) und Javon Baumann (Phoenix Hagen).

Kampf unterm Korb zwischen Justin Leon (rechts) und Javon Baumann (Phoenix Hagen).

Foto: Sascha Fromm

Dramatisch bis zur letzten Sekunde – und darüber hinaus: Beim 103:101 (51:47; 90:90) Verlängerungssieg von Science City Jena (SCJ) gegen Phoenix Hagen brauchten die 1823 Zuschauer eine Menge Durchhaltevermögen.

Dass es am Ende so knapp wird, hätte Monika Schönherr nicht gedacht. Seit Eröffnung der Sparkassen-Arena sorgt sie mit ihrem Imbissstand am Eingang für die nötige Verpflegung der Zuschauer. Unter diesen erwarteten die Veranstalter beim Sonntagsspiel gegen Hagen auch einige Fußballsympathisanten. Der Tippoff wurde extra um 45 Minuten nach hinten verlegt, damit auch die Fans des FC Carl Zeiss Jena im Anschluss an das Spiel gegen Hansa Rostock (Jena gewann mit 3:1) vom Stadion zur Arena pilgern konnten.

Wer zudem über Eintrittskarten für beide Spiele verfügte, bekam eine Roster geschenkt. „Normal planen wir mit 200 Bratwürsten bei einem Heimspiel, durch diese Aktion gehen wir vorsorglich von 400 Stück aus“, so die Chefin. Unterstützt wurde sie von Hannah und Brater Christian, der bereits Stunden vor Spielbeginn am Rost stand. Doch nicht nur bei den Jenaer Fans, auch bei den Gästen von außerhalb seien die Thüringer Leckereien beliebt: „Mancher lässt sich nach dem Spiel sogar Würste für zuhause einpacken“, sagt Monika Schönherr.

Hagen mit lediglich acht Spielern angereist

Der Appetit dürfte den Hagener Anhängern, die ihre Mannschaft in Form einer kleinen Delegation das ganze Spiel über energisch unterstützten, nach der äußerst knappen Niederlage wohl vergangen sein. Dabei kämpfte der Gast, der mit lediglich acht Spielern anreisen konnte, aufopferungsvoll gegen die sechste Saisonniederlage. Dass die beiden bisherigen Siege in der Ferne erzielt wurden, machte der Mannschaft von Trainer Christopher Robert Harris zusätzlichen Mut.

Die ersten Punkte der Partie verbuchte Jenas Alexander Herrera mit zwei verwandelten Freiwürfen. Der US-Amerikaner kam am Ende des Tages auf ein Double-Double (15 Punkte, 10 Rebounds). Science City agierte zu Beginn erneut ausgeglichen – die ersten acht Punkte wurden durch vier Spieler erzielt. Auch die Disziplin in der Verteidigung stimmte: Nach sechs Minuten bekamen die Hausherren das erste Foul gegen sich gepfiffen. Doch die Führung von 18:9 währte nicht lang. Zum Ende des Auftaktviertels stand es ausgeglichen: 20 zu 20.

Immer wieder konnte SCJ im Laufe der Partie mit wenigen Punkten davonziehen, schien das Spiel unter Kontrolle zu haben. Hagen ließ sich nicht abschütteln und schaffte stets den Anschluss. Justin Leon und Herrera spielten zwar ihre Stärken aus, doch die Phoenixe hatten gute Werfer in ihrem Team. Sechs der acht Gästespieler punkteten zweistellig und bis zur finalen Sirene musste kein Hagener aufgrund zu vieler Fouls frühzeitig zum Duschen.

Justin Leon mit 25 Punkten bester Jenaer

SCJ versuchte, das Spiel breit zu machen, den Gegner laufen zu lassen. Ungenauigkeiten bei den Abspielen verhinderten jedoch eine höhere Führung. Mehr noch: Beim 71:72 vor Beginn des Schlussviertels lag Hagen in Front. Nach einem Jenaer Zwischenspurt zum 79:74 reagierte Coach Harris mit einer Auszeit. Sein Team setzte die Marschroute um, glich aus zum 79:79, was wiederum ein Timeout von Heimtrainer Frank Menz mit sich führte.

Mit seinen ersten drei Punkten der Begegnung warf Julius Wolf sein Team wieder in Front. Der baumlange Forward laborierte die vergangenen Tage an einer Viruserkrankung und wurde von Justin Leon mit insgesamt 25 Punkten, vier Rebounds und drei Assists würdig vertreten.

Während Jena mit 60 Prozent die bessere Dreier-Ausbeute vorweisen konnte, punkteten die Hagener zumeist unter dem Korb. Sekunden vor Schluss hätten die Gäste, bei denen Kyle Leufroy mit 25 Punkten bester Werfer war, sogar den Sieg davontragen können. Doch Science City rettete sich in die fünf Extraminuten der Verlängerung. Auch in diesen dachten Hagens Spieler und die mitgereisten Fans nicht ans Aufhören, sahen sich beim 93:99 sogar für einen Augenblick auf der Ziellinie.

Doch sicher verwandelte Freiwürfe ließen Science City wieder herankommen. Beim 101:101 dann die spielentscheidende Szene: Ein Angriff durch Leufroy wurde von den ansonsten souverän agierenden Schiedsrichtern als Ballverlust gewertet.

Im Gegenzug Foul an Dennis Nawrocki, der beide Freiwürfe zum 103:101 verwandelte. Die restlichen drei Sekunden Spielzeit kam Hagen nicht noch einmal vor den Jenaer Korb. Aus, Schluss und vorbei: Science City verlässt diesmal als glücklicher Sieger die Sparkassen-Arena.

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