Julian Reus führt Staffel zum Tokio-Ticket

Dirk Pille
| Lesedauer: 2 Minuten
Der Hürden-Quartett Gregor Traber, Anne Weigold, Erik Balnuweit und Monika Zapalska gewann den Relays-Titel.

Der Hürden-Quartett Gregor Traber, Anne Weigold, Erik Balnuweit und Monika Zapalska gewann den Relays-Titel.

Foto: ADAM NURKIEWICZ / Getty Images

Chorzow.  Nach Platz vier in Vorläufen der inoffiziellen Staffel-WM in Chorzow verletzt sich Reus’ Ersatzmann Pohl im Finale. Der Geraer Balnuweit gewinnt bei Hürdenpremiere.

In der menschenleeren 50.000-Mann-„Schüssel“ von Chorzow erfüllte Julian Reus am Samstag seine Olympiapflicht. Als Startläufer führte der Erfurter das deutsche 4 x 100-Meter-Quartett bei den World Athletics Relays, der inoffiziellen Staffel-WM, direkt ins Finale. Mit Platz zwei im Vorlauf und der viertbesten Zeit insgesamt hatten Reus, Joshua Hartmann, Deniz Almas und Marvin Schulte das Tokio-Ticket gebucht. Der Weltverband nominierte alle acht Staffeln für Tokio, auch wenn vier im Finale nicht in die Wertung kamen. Bundestrainer Ronald Stein schonte im Finale die angeschlagenen Topleute Reus und Almas, wechselte den Ex-Jenaer Roy Schmidt und Michael Pohl ein. Doch Reus-Ersatz Pohl musste mit langer Hose nach ein paar Metern mit einem Wadenkrampf verletzt aufgeben. „Am Ende ist trotz dieser ziemlichen Kälte hier in Polen alles gut gegangen. Das war das wichtigste“, sagte Stein

Die Frauen, die auf den Ausflug nach Schlesien verzichteten, hatten sich bereits durch WM-Platz fünf 2019 in Doha durchgesetzt. Nicht dabei waren in Polen deshalb auch Top-Sprintnationen wie die USA, Großbritannien oder Jamaika.

Nach der Premiere der Hürdenstaffel standen dem gebürtigen Geraer Erik Balnuweit Freudentränen im Gesicht. Das Quartett mit dem Thüringer, Monika Zapalska, Anne Weigold und Gregor Traber setzte sich vor Polen und Kenia durch. Für den 33 Jahre alten Balnuweit war es die erste internationale Medaille in seiner wohl letzten Saison. „Es war etwas emotionaler für mich“, berichtete Balnuweit, „man ist ja nicht immer damit gesegnet, international einen Titel zu gewinnen. Und bei mir war immer viel Pech dabei in der Vergangenheit.“ In seinem Alter wisse man auch: „Da kommt nicht mehr viel.“ An der Qualifikation für Tokio arbeitet Balnuweit noch.

Über 4 x 400 m schafften die Staffel-Frauen als Sechste den Sprung nach Tokio, die Männer schieden aus. Gold gab es für die nichtolympische 200-m-Staffel der Männer.