Kegelsaison beendet für Pöllwitz, Auma und Wernburg

Die Trainer der Kegel-Bundesligisten aus Thüringen sind erleichtert, dass nun Planungssicherheit herrscht. Einzelmeisterschaften als Ziel

Vor der Saison waren Manuel Hopfe (links) und Ronny Hahn bei einem Freundschaftsspiel zwischen Wernburg und Pöllwitz zuversichtlich. Inzwischen ist die Saison offiziell beendet.

Vor der Saison waren Manuel Hopfe (links) und Ronny Hahn bei einem Freundschaftsspiel zwischen Wernburg und Pöllwitz zuversichtlich. Inzwischen ist die Saison offiziell beendet.

Foto: Benjamin Schmutzler

Pöllwitz/Auma/Wernburg. Zwischen den Jahren hatten es die Thüringer Kegel-Bundesligisten schwarz auf weiß. Die Saison wird abgebrochen, die bisher gespielten Partien sind null und nichtig. Im September wird die Saison 2021/22 gestartet. Es gibt weder Auf- noch Absteiger.

"Die Verbandsfunktionäre haben vorbildlich gehandelt", sagt Jan Koschinsky, Trainer des Aufsteigers Blau-Weiß Auma. Bei nur einem Sieg steckten die Aumaerinnen mitten im Abstiegskampf. Keine Frage, es kribbelt in den Fingern, es sei schade, dass die Kugeln nicht mehr rollen, "aber wir können uns in Ruhe auf die neue Saison vorbereiten. Die Spielerinnen trainieren individuell und unsere U-18-Nationalspielerinnen werden zudem vom Bundestrainer mit Trainingsplänen versorgt."

Mit der DKBC-Linie ist Koschinsky eins, "aber dass der komplette Kinder- und Jugendsport ruht, verstehe ich nicht. Golf spielen soll gehen, Kegeln nicht. Da muss die Politik doch Lösungen finden." Koschinsky, der auch Vorsitzender des Kreissportbundes Greiz ist, befürchtet, "dass viele Kinder wegbleiben und auch Übungsleiter ihre Freizeit weniger dem Sportverein widmen."

Die Planungssicherheit begrüßt auch Trainerkollege Ronny Hahn, der mit den Pöllwitzerinnen holprig in die dritte Bundesligasaison der Vereinsgeschichte startete. "Das Hin und Her, darf gespielt werden oder nicht, wie viele Personen dürfen an die Bahn – das war alles unerträglich." Hahn hofft, dass auf Landesebene im Mai oder Juni Einzelmeisterschaften gespielt werden, die Vereine Vergleiche organisieren. Auch eine Vereinsmeisterschaft sei ein Thema. Alle vier Wochen geht der Trainer auf die Zeulenrodaer Bahn, um diese zu bespielen. "Nicht nur die Spielerinnen rosten ein, auch die Elektronik will bewegt werden", sagt er.

Manuel Hopfe verweist auf den Drei-Stufenplan des Verbandes, der zu Beginn der Saison den Vereinen dargelegt wurde. "Dass nun mit Plan C der Abbruch folgt, war durch die zweite Infektionswelle für viele denkbar", sagt der Kapitän der Wernburger Bundesligakegler. Eine gewisse Enttäuschung sei da, "solange war noch nie jemand von uns ohne den Kegelsport." Dennoch bleibe man in Kontakt, sagt Hopfe. "Wir schicken uns gefilmte Mitschnitte unserer Spiele, einige Hardliner schauen sich sogar auf sportdeutschland.tv nochmals ganze Partien an." Der SV Wernburg lag als Liganeuling mit drei Siegen aus sechs Spielen auf Platz fünf der Tabelle.