Kegler Lars Heinig: Schon einmal ganz oben

Zeulenroda.  Mit dem TSV 90 Zwickau schnupperte Lars Heinig Bundesligaluft. Nun kehrt der Kegler zum KTV Zeulenroda zurück.

Lars Heinig, Rückkehrer zum KTV Zeulenroda

Lars Heinig, Rückkehrer zum KTV Zeulenroda

Foto: Ronny Hahn

Lars Heinig ist wieder da, doch so richtig weg, war er eigentlich gar nicht. Der 30 Jahre alte Kegelsportler hat sich vor zwei Jahren einen sportlichen Traum erfüllt, schloss sich dem TSV 90 Zwickau an, dem Aufsteiger in die erste Bundesliga.

„Ich wollte schon immer mal ganz oben spielen, mich in der ersten Bundesliga ausprobieren. Der sportliche Anreiz war groß. Und als die Zwickauer an mich herangetreten sind, habe ich zugesagt.“

Nach nur einer Saison in der Bundesliga stiegen die Westsachsen aber wieder ab. Lars Heinig blieb ein weiteres Jahr – das erklärte Ziel war der Wiederaufstieg. Daraus wurde nichts. „Wir haben ein, zwei Spiele verloren, die wir nicht hätten verlieren dürfen.“

Bei Abbruch der Saison aufgrund der Corona-Krise stand Zwickau in der 2. Bundesliga auf Platz drei, der SV Wernburg an der Spitze und steigt auf. Die zwei Spielserien in Zwickau wertet Lars Heinig als „eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte“. Im Abstiegsjahr erreichten die Zwickauer im DKBC-Pokal das Final four und erreichten Platz drei.

„Dieser Pokalerfolg hat die Abstiegssaison schon irgendwie gerettet. Da standen wir nicht mit leeren Händen da“, und haben gezeigt, „dass wir mithalten können“. Dass die Zwickauer prompt wieder abstiegen, lag in erster Linie daran, dass kaum einer der Spieler an sein Leistungsvermögen heran kam, die Holzzahlen oft unter denen lagen, die die Zwickauer in der 2. Liga geschafft hatten.

Lars Heinig nimmt sich da nicht aus: „Das zog sich wie ein roter Faden durch die Saison. Wir haben keine Ruhe reingekriegt, waren nervös und sind letztlich unter unseren Möglichkeiten geblieben“. Sein Bestwert von 676 Holz datiert so auch nicht aus dem Bundesligajahr.

Kegeln ist sein Sport, seit er als Steppke zu Hause in Pöllwitz keine Lust mehr hatte, Fußball zu spielen, die Mannschaft aufgelöst wurde. Am Kegelsport fasziniert ihn, „dass du immer wieder die Chance hast, den perfekten Wurf, also eine Neune, auszuführen. Das hört sich leicht an, ist aber nur schwer zu machen, was man an den Holzzahlen sieht.“ Genauso spannend sei es, „schwierige Bilder erfolgreich zu spielen“. In der Bundesliga müsse zwar jeder für sich seine Leistung abliefern, „doch man hat immer die Mannschaft im Blick, spielt für das Team“.

Mit dem Kegeln angefangen hat Lars Heinig zu Hause in Pöllwitz. Mit 16 wechselte er zum langjährigen Zweitligisten KTV Zeulenroda, wurde rasch Stammspieler. Bei den Deutschen U23-Meisterschaften 2012 erspielte er sich die Bronzemedaille im Einzel und 2018 holte er sich mit Friederike Pfeffer vom SV Pöllwitz im Tandem-Mix bei den nationalen Titelkämpfen den dritten Platz.

Nach zwei Jahren in Zwickau entschied er sich zum KTV Zeulenroda zurückzukehren. Allerdings: Rückkehr sei ein zu großes Wort. Lars Heinig war eigentlich nie weg, spielten die Keglerinnen des SV Pöllwitz war er an der Bahn und nicht zu überhören.

„Das hat sich so entwickelt, auch dass wir auswärts mitfahren. Man kennt uns inzwischen“, sagt er. Welcher Damen-Bundesligist hat schon einen Fanclub, der auch die langen Auswärtsfahrten nicht scheut, als sich die Pöllwitzerinnen als Vizemeister für den Europacup in Kroatien qualifiziert hatte, war schnell klar, „da sind wir dabei“.

Und als sich für das Team von Trainer Ronny Hahn die Möglichkeit bot, als Nachrücker beim NBC-Pokal im Herbst in Serbien zu spielen, da füllte Lars Heinig sofort einen Urlaubsschein aus. Als Servicetechniker für Umformtechnik ist er viel auf Achse, heute da, morgen dort. Auch das sei ein Grund gewesen, wieder Heim zu kommen. „Der Aufwand ist schon groß, auch in der zweiten Bundesliga.“

Als Zweitligaabsteiger spielt der KTV Zeulenroda in der kommenden Saison in der Thüringenliga, doch Lars Heinig möchte sich erst einmal in der zweiten Mannschaft, die in der 1. Landesklasse spielt, einreihen. Er wolle keinem der sechs Spieler aus der ersten Mannschaft den Platz wegnehmen und „die Zweite wird mich brauchen, es sind eh nur fünf Spieler“, sagt er und wie es weitergeht wird man sehen. Hauptsache die Kegelbahn ist bald geöffnet und die Jagd nach dem perfekten Wurf kann wieder beginnen.