KFA Jena-Saale-Orla feiert und würdigt das Ehrenamt

Miesitz.  Vom Nationalspieler bis zur Waschfrau: Der KFA dankt in feierlichem Rahmen denjenigen, die den Sport überhaupt erst mit Leben erfüllen.

Im Beisein des Ehrenvorsitzenden des Kreissportbund Saale-Holzland, Manfred Thießt (links), würdigt der KFA-Vorsitzende Olaf Wünsch (rechts) den Fußballheld 2020, Kay Kleinhans vom SV Eintracht Camburg.

Im Beisein des Ehrenvorsitzenden des Kreissportbund Saale-Holzland, Manfred Thießt (links), würdigt der KFA-Vorsitzende Olaf Wünsch (rechts) den Fußballheld 2020, Kay Kleinhans vom SV Eintracht Camburg.

Foto: Alexander Hebenstreit

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Zumindest insgeheim wird Olaf Wünsch möglicherweise etwas erleichtert gewesen sein, dass am Freitagabend nicht alle geladenen Gäste im Hotel Wutzler erschienen waren. Der Vorsitzende des KFA Jena-Saale-Orla, unter dessen Dach die Fußballer von Camburg bis Bad Lobenstein organisiert sind, war etwas am kränkeln und seine ohnehin angekratzten Stimmbänder hatten Schwerstarbeit zu verrichten.

Insgesamt 63 Personen sollten zum Ehrenamtstag des KFA in feierlichem Rahmen für ihren unermüdlichen Einsatz ausgezeichnet werden und dazu gehörte es nun einmal auch, dass deren Wirken mit dem einen oder anderen Satz gewürdigt wurde. Doch auch ohne die Abwesenden war der KFA-Chef über eine Stunde damit beschäftigt, Laudatio auf Laudatio zu halten, hinzu kamen Begrüßung und Schlusswort, so dass Wünschs angeschlagene Stimme nach und nach noch kratziger wurde.

Kratzige Stimmbänder gern in Kauf genommen

Doch angesichts dieses Anlass’ – und das mochte man ihm wirklich abnehmen – nahm er es gern in Kauf. Nach kurzem Seitenhieb gegen die hiesige Medienlandschaft, wonach es für den Amateurfußball immer schwieriger sei, sich in der Presse wiederzufinden, sowie der Forderung nach positiverer Berichterstattung kam er auf das zu sprechen, weswegen sich die Vertreter zahlreicher Fußballvereine unter einem Dach versammelt hatten: das Ehrenamt.

„Ihr tut Tag für Tag, Woche für Woche alles, um den Fußball als Sportart Nummer eins attraktiv zu halten. Wenn es nach mir persönlich ginge, sollten es noch viel mehr als die 63 Auszeichnungen sein“, richtete sich der KFA-Vorsitzende direkt an seine Gäste und ergänzte: „Man kann das Ehrenamt gar nicht hoch genug einschätzen. Es ist ein unersetzliches gesellschaftliches Gut.“ Und eben dieses gesellschaftliche Gut wurde anschließend ausgiebig gefeiert.

Hauptpreis in der Männerdomäne geht an eine Frau

Obwohl jedem Einzelnen seine ganz persönliche Würdigung zuteil wurde, gab es doch drei Personen, die noch einmal hervorstachen. Die hochkarätigste Auszeichnung, die des Kreisehrenamtssiegers, durfte gar eine der wenigen Frauen im immer noch klar männlich dominierten Fußball entgegen nehmen: Janina Geiler.

Die Sportlerin des LSV 49 Oettersdorf ist wohl fast allen Fußballinteressierten aus der Region als langjährige Schiedsrichterin bekannt. Selbst ist sie zwar nicht mehr an der Pfeife aktiv, dafür aber als Ansetzerin und stellvertretende Kreisschiedsrichterobfrau hinter den Kulissen tätig. Hinzu kommt eine vielschichtige Arbeit in ihrem Heimatverein.

Sonderauszeichnung für junge Ehrenämtler

In den nördlichsten Zipfel des Fußballkreis’ wanderte derweil die zweite große Auszeichnung. Kay Kleinhans vom SV Eintracht Camburg zum „Fußballheld 2020“ ernannt. Die Auszeichnung wurde vom DFB speziell für junge Ehrenamtliche ins Leben gerufen und damit wurde nicht nur das Dasein des 27-Jährigen als Spieler und Trainer gewürdigt, sondern auch sein Wirken abseits des Platz’, etwa als aktives Mitglied vom Festkomitee oder als Ansprechpartner für zahlreiche Vereinsmitglieder.

Einhergehend mit der Auszeichnung, die auch eine Reise nach Barcelona beinhaltet, gab Olaf Wünsch dem Camburger noch eine Bitte mit auf den Weg: „Lieber Kay, mach weiter so und überzeuge noch weitere Personen, sich im Ehrenamt einzubringen.“

Ehrenamtlicher Ruhestand mit 74 Jahren

Am anderen Ende der Altersskala rangiert derweil der einstige DDR-Nationalspieler Rainer Schlutter, der nach seiner aktiven Zeit beim FC Carl Zeiss Jena zahlreiche Trainergenerationen heranzog und sich nun, mit 74 Jahren, in den ehrenamtlichen Ruhestand verabschiedet. „Er ist eine herausragende Persönlichkeit des Fußballsports und ein Vorbild für uns und nachfolgende Generationen“, sagte der KFA-Vorsitzenden über den Mann, der die Ehrennadel in Silber des Nordostdeutschen Fußballverbands erhielt.

Es sind nur drei Beispiele für zahlreiche Personen, die – ob nun in diesem Rahmen gewürdigt oder nicht – mit ihrem unermüdlichen Einsatz dafür sorgen, dass das wöchentliche Sportgeschehen und damit auch ein Stück weit das gesellschaftliche Leben funktionieren. Einen nicht unerheblichen Aspekt erwähnte in diesem Zusammenhang die ehemalige Vorsitzende des Stadtsportbunds Jena, Elisabeth Wackernagel.

Dank richtet sich auch ans familiäre Umfeld

Ihren Dank für das Engagement der Ehrenamtlichen ergänzte sie mit den Worten: „Ich kann auch fast sagen: Danke an Ihre Frauen bzw. Männer.“ Denn ohne das entsprechende Verständnis im familiären Umfeld gäbe es wohl deutlich weniger Ehrenämtler – und damit weniger Personen, um Olaf Wünschs angekratzte Stimmbänder zu strapazieren.

Kreisehrenamtssiegerin Janina Geiler im Kurzinterview

Auflistung aller Ausgezeichneten

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