Kommentar: Die Krönung einer Ära

Axel Lukacsek
Axel Lukacsek

Axel Lukacsek

Foto: Marco Schmidt

Axel Lukacsek über den Titel der Magdeburger Handballer.

Als der SC Magdeburg in der Saison 2000/01 die letzte deutsche Handball-Meisterschaft gefeiert hat, gelang beim damals in der ersten Liga spielenden ThSV Eisenach ein hauchdünner 23:22-Erfolg und später mit einem Punkt Vorsprung der Titelgewinn. Nun, 21 Jahre später, fällt der Triumph wesentlich deutlicher aus. Er ist eine Demonstration der Stärke. Drei Spieltage vor dem Saisonfinale ist Ligakrösus THW Kiel klar distanziert und Dauerrivale Flensburg als Vierter noch weiter abgeschlagen. Das sagt viel aus, was dieser Coup eigentlich wert ist.

Der Erfolg ist untrennbar mit dem Trainer Bennet Wiegert verbunden. Das zeigt schon allein der Blick in die Statistik. Als er im Dezember 2015 das Amt übernahm, führte er die Mannschaft noch auf Platz acht und etablierte seinen Verein nun dauerhaft in der Spitzengruppe der Bundesliga. Danach schnitt Magdeburg nie schlechter als Platz fünf ab.

Jene Personalie belegt, dass sich Geduld eben doch auszahlt. Fast sieben Jahre nun ist der gerade einmal 40 Jahre alte Wiegert am Ruder. Im schnelllebigen Trainergeschäft, das auch im Handball längst dominiert, ist das eine gefühlte Ewigkeit.

Dass ausgerechnet er – in Magdeburg geboren und hier schon als Spieler ja Meister und Champions-League-Sieger geworden – nun ganz oben steht, macht den Titel so besonders. Jener Erfolg ist damit nämlich auch identitätsstiftend.

Unter diesen Umständen ist die Meisterschaft nun also nicht nur die Krönung einer kompletten Saison, sondern zugleich einer ganzen Ära.