Kommentar: Eine Tragödie in Königsblau

Holger Zaumsegel über die traurige Situation von Fußball-Bundesligist Schalke 04.

 Holger Zaumsegel

Holger Zaumsegel

Foto: Tino Zippel

Meister der Herzen, Eurofighter – was hat uns diese Schalker Mannschaft einst für Freude bereitet. 2011 stand das Team im Halbfinale der Champions League, noch 2017/2018 waren die Gelsenkirchener Vizemeister. Und heute bewegt sich einer der größten deutschen Traditionsvereine auf den Spuren von Tasmania Berlin.

Wem der Club aus dem Stadtteil Neukölln nichts sagt – es handelt sich um die schlechteste Mannschaft der Fußball-Bundesligageschichte. 31 Spiele in Folge konnten die Hauptstädter in ihrer einzigen Spielzeit im Oberhaus nicht gewinnen. Das aktuelle Tabellen-Schlusslicht Schalke bringt es – saisonübergreifend – derzeit auf 24 Sieglos-Spiele in Folge.

Vieles spricht für den Abstieg von Königsblau, auch wenn die Saison noch jung ist. Der Abwärtstrend des Teams von Manuel Baum ist unverkennbar. Wenn die Mannschaft falsch zusammengestellt wurde, es an einer klaren Hierarchie mangelt, kann kein Trainer der Welt etwas verbessern. Das musste zwei Spielklassen tiefer in der vergangen Saison der FC Carl Zeiss Jena leidvoll erfahren.

Bei Schalke kommen Streitigkeiten, Suspendierungen, Entlassungen sowie ein immenser Schuldenberg hinzu. Und das Tradition zur Last werden kann, wird an einem der wenigen Kämpfer im Team deutlich. Nach der jüngsten Pleite gegen Wolfsburg wollte Mark Uth in die Kabine, um einfach nur noch zu weinen. Und wenn es so weitergeht, wird die Tragödie in Königsblau noch viel Tränen fordern.