Kommentar: Gewinn muss sich erst zeigen

Steffen Eß
Steffen Ess

Steffen Ess

Foto: Sascha Fromm

Steffen Eß über die Reduzierung der Handball-Bundesliga Frauen.

Die Saison der Handball-Bundesliga Frauen ist Geschichte. Mit einem historischen Vierfach-Triumph Bietigheims, und die nächste Serie wirft ihre Schatten voraus. Mit ihr rückt eine Reform näher. Ob sie die Attraktivität hebt, muss sich zeigen.

Ab der Spielzeit 2024/25 wird die oberste Liga von 14 auf zwölf Teams reduziert. Die 2014 nach neun Serien abgeschafften Play-offs um den Titel erleben ihre Renaissance. Wäre es der Wille der Betroffenen gewesen, ließe sich wenig anmerken.

Die Mehrheit der Vereine war im Herbst aber noch gegen die kontrovers diskutierte Staffelreduzierung, die Handball-Bundesliga Frauen (HBF) ist es auch gewesen. Jüngst stimmten sie den Reform-Plänen des Handball-Bundes (DHB) zu. Weil die Gefahr bestand, dass kein neuer Grundlagenvertrag zwischen DHB und HBF zustande gekommen wäre und das Spielrecht an den Bund zurückzufallen drohte.

Nun soll wiederkommen, was vor acht Jahren als überholt galt. Mit dem Ziel, den Frauen-Handball zu stärken, ihn zu professionalisieren. Zweifel sind angebracht.

Es gibt Argumente pro Play-offs. Mehr Spiele für die Besten, die infolge der Staffelreduzierung wegfallen. Für die Liga vielleicht sogar die zusätzliche Chance, ein mehr Fernsehzeit zu bekommen. Auf der anderen, der nichtmonetären Seite besteht die Möglichkeit, dass ein Team Meister wird, das Punkte liegenließ.

Wenn eine Meisterrunde aber so spannend und attraktiv ist, weshalb wird die Bundesliga der Männer seit Jahren in einer Einfach-Runde aus Hin- und Rückspiel ausgetragen?