Kommentar: Glücksfall Julian Reus

Dirk Pille über Sportler, die Verantwortung für ihre Region übernehmen.

Dirk Pille.

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Foto: Marco Kneise

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Leichtathletik als Leistungssport ist in Thüringen noch nicht ausgestorben, auch wenn der Status als Bundesleistungszentrum 2020 auf der Kippe steht.

Vorbilder wie Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler und Sprinter Julian Reus übernehmen Verantwortung. Sie beließen es in den vergangenen Jahren nicht nur bei klugen Worten, sondern handelten auch. Röhler gründete sein eigenes Speerwurfmeeting in Jena, veranstaltet jedes Jahr ein Camp für die Talente seiner Wurfdisziplin. Die Saalestadt zieht so den Nachwuchs an, der für Erfolge in der Zukunft stehen sollte.

Aktuell bestes Beispiel für vollen Einsatz in der Leichtathletik ist Sprinter Reus. Im Herbst seiner Karriere bereitet sich der 31-Jährige, der einst aus Hanau als Sportschüler nach Erfurt kam, auf Olympia vor. Und Reus ist seit ein paar Monaten auch noch Funktionär. Er leitet im Thüringer Verbandspräsidium die Kommission Leistungssport. Damit ist der Mann ein Glücksfall für den TLV, denn Reus hat Ahnung, wie man Talente auf den Weg des Erfolges bringt.

Trotz der immer noch schwachen Basis in der einstigen Thüringer Jubelsportart hat sich in den letzten fünf Jahren etwas getan. Die Zahl der Trainer ist mit der Zahl der Sportler wieder gestiegen. Unterstützer wie Vizepräsident Jacoby mühen sich, um den Leistungssportlern wie beim Erfurter LAC eine Heimat mit Perspektive zu bieten. Die Rivalen in Erfurt und Jena trainieren sogar manchmal zusammen. Mitverantwortlich für das verbesserte Klima ist sicher auch der unaufgeregte Verbandspräsident Lahmann, der integriert.

Ob sich die Fortschritte auf dem weg nach Tokio schon in Olympiateilnehmern zeigen werden; dahinter steht noch ein Fragezeichen.

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