Kommentar: Spuren eines Übergangs

Axel Eger über den ThSV Eisenach.

Axel Eger.

Axel Eger.

Foto: Sascha Fromm

Wieder ein Umbruch beim ThSV Eisenach. Keine große Personalrochade wie so oft. Nur ein Tausch, eins gegen eins. Dafür ein gravierender. Und ein nicht unbedingt schon erwarteter.

Mit Markus Krauthoff-Murfuni hat ein neuer Mann auf der Trainerbank das Sagen. Eine Lösung, die nahe liegt. Der 43-Jährige bringt neben der unbestrittenen Fachkompetenz, seiner Szenekenntnis und dem Vertrauen der Spieler den besonders in Eisenach hilfreichen, unverstellten Blick von außen mit.

Es gibt gute Gründe für den Verein, seine Zukunft gerade jetzt neu zu planen. Die Krise trägt ihren Teil dazu bei. Weil wirtschaftliche Zwänge neue Wege erfordern. Und weil natürlich der Generationswechsel im Amt des ersten Übungsleiters ohnehin bald auf der Tagesordnung gestanden hätte.

Doch mehr noch als der Inhalt dominiert die Verpackung das Verständnis oder Unverständnis für eine Entscheidung. Ein jäher Abschied hinterlässt immer Spuren bei den Beteiligten – und Fragen bei den Außenstehenden. Erst recht, wenn er wie in diesem Fall vor dem Hintergrund einer noch im Februar verlautbarten Verlängerung mit Hasanefendic erfolgt.

Dass die Moderation des Übergangs nicht einfach werden würde, war allen bewusst. Doch mit einem kurzen Augen-zu-und-durch bliebe man vielen vieles schuldig. Dem Standing des Vereins. Der Anhängerschaft. Dem hoffnungsvollen Neuen und dessen Verhältnis zu seinem Vorgänger. Vor allem aber Sead Hasanefendic.

Er, der Welttrainer, hat den leckgeschlagenen Eisenacher Kahn in schwerer See bestiegen, hat zum Ende seiner großen Karriere noch die Logbücher der dritten Liga studiert und die Crew sicher in den Hafen zurückmanövriert. Es wäre schade, wenn ausgerechnet er mit dem Gefühl von Sang- und Klanglosigkeit von Bord gehen muss.

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