Kommentar: Wenig königlich

Thomas Rudolph über die Situation bei Real Madrid.

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Es gibt wohl nur eine Sache, die beim spanischen Spitzenclub Real Madrid mehr schmerzt als der aktuelle Tabellenplatz neun: eine Niederlage gegen den Erzrivalen vom FC Barcelona.

Nun fiel diese beim 1:5 derart deutlich aus, dass unabhängig vom aktuellen Rang in der Liga wohl die Automatismen der Branche greifen. Trainer Julen Lopetegui, der erst im Juli die Nachfolge des zuvor zurückgetretenen Zinédine Zidane angetreten hatte, steht vor dem Aus. Mit dem Italiener Antonio Conte, der zuvor beim FC Chelsea London unter Vertrag stand, steht der Nachfolger schon bereit. Real will schnell weg aus der unbefriedigenden Situation, die so gar nicht zum königlichen Anspruch passt.

Dennoch bleiben Fragen zurück, warum sich Real in der Krise befindet. War Lopetegui dem Druck nicht gewachsen? Verstanden die Spieler sein System nicht? Oder wurde der Abgang des 33-jährigen Cristiano Ronaldo nach Turin mehr unterschätzt, als es Verantwortliche vermuteten? Das Fußballspielen kann die Elf jedenfalls nicht verlernt haben, standen doch bis auf Ronaldo alle Spieler auf dem Platz, die in den Jahren zuvor zum Stammpersonal gehörten und Titel gewannen.

Es wird aller Voraussicht nach an Conte liegen, Antworten auf diese Fragen zu finden. Er muss die erfolgsverwöhnte Mannschaft aufrichten und in die Spur zurückschicken – getreu dem Motto: Krone richten, weiter geht‘s.

Also alles wenig königlich in dieser Zeit? Nicht ganz. So soll Lopetegui bei einem Rauswurf 18 Millionen Euro Abfindung kassieren. Damit lässt es sich für einige Zeit gut aushalten. Egal, ob man ein König ist oder nicht.

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